Auch eine kürzlich im Auftrag der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) ausgearbeitete Bevölkerungsprognose der Statistik Austria weist für Linz deutliche Geburtenüberschüsse aus. Diesem Szenario liegt jedoch ein wesentlich größerer Wanderungsgewinn als die Hauptvariante der Stadtforschung Linz zugrunde. So wird bereits für 2015 ein Wanderungsgewinn von 1 037 und für 2020 von 541 erwartet. Für 2015 ergibt sich in der ÖROK-Studie ein Geburtenüberschuss von 140 und für 2020 von 283. Die Gesamtbevölkerung im Jahr 2020 wird mit 200 295 beziffert.
Die Linzer Hauptwohnsitzbevölkerung betrug mit Stichtag 1. Jänner 2010 insgesamt 189 680 Personen. 18 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, 57 Prozent Erwerbsfähige im Alter von 20 bis 59 Jahren und 25 Prozent sind SeniorInnen ab 60 Jahren. Basierend auf diesen Daten hat die Stadtforschung Linz eine Bevölkerungsprognose für die Landeshauptstadt bis zum Jahr 2021 erstellt.
Es wurden drei Varianten entwickelt, wobei die mittlere Variante mit einem Wanderungsgewinn von 500 Personen jährlich als Hauptvariante definiert worden ist. Weiters gibt es noch die Variante mit einem Wanderungsgewinn von 1 000 Personen und eine ausgeglichene Wanderungsbilanz.
Bei einem Wanderungsgewinn von 500 Personen jährlich steigt die Bevölkerungszahl von 189 680 bis 2021 um 3,2 Prozent auf etwa 195 700 BewohnerInnen an.
Bei einem Wanderungsgewinn von 1 000 Personen jährlich erhöht sich die Gesamtbevölkerung von derzeit 189 680 bis 2021 auf etwa 201 700 BewohnerInnen, was eine Steigerung von 6,3 Prozent bedeutet. Die österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) hat in ihrer jüngst publizierten Bevölkerungsprognose ein ähnliches Wanderungsszenario (200 295 EinwohnerInnen im Jahr 2020) entworfen, das jedoch aus der Sicht der Stadtforschung Linz unrealistischer als die Variante mit einem jährlichen Wanderungsgewinn von 500 Personen ist. So wird in der ÖROK-Studie bereits für das Jahr 2009 ein Wanderungsgewinn von 920 Personen angenommnen. Tatsächlich war jedoch nur ein Zuwachs von 259 Personen zu verzeichnen.
Nimmt man eine jährlich ausgeglichene Wanderungsbilanz an, bleibt die Zahl der Linzer Bevölkerung bis 2021 nahezu gleich.
Die Zahl der Erwerbsfähigen (20 bis 59 Jahre) nimmt bei der Hauptvariante bis 2021 um 0,8 Prozent leicht zu. Bei einem Wanderungsgewinn von 1 000 Personen jährlich ergibt sich eine Zunahme der Erwerbsfähigen um 4,8 Prozent. Bei ausgeglichener Wanderungsbilanz sinkt die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2021 um 3,1 Prozent.
Die Zahl der SeniorInnen ab 60 Jahren steigt bei allen drei Szenarien stark an, bei der Hauptvariante um 11,4 Prozent bis zum Jahr 2021. Bei einem jährlichen Wanderungsgewinn von 1 000 Personen erhöht sich die Zahl um 12,4 Prozent, bei der ausgeglichenen Bilanz um 10,4 Prozent.
Die Zahl der 70- bis 79-Jährigen nimmt mit 22,8 Prozent bei der Hauptvariante am stärksten zu. Die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen steigt um 5,9 Prozent. Vergrößern wird sich bis 2021 auch die Zahl der über 80-Jährigen um 7,5 Prozent.
Bei einem Wanderungsgewinn von 500 Personen verkleinert sich die Gruppe der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre bis zum Jahr 2021 um 0,7 Prozent nur ganz leicht.
Die Zahl der 0- bis 5-Jährigen steigt um 6,6 Prozent und der 6- bis 9-Jährigen um 3,8 Prozent. Die Gruppe der 10- bis 14-Jährigen verringert sich um 1,4 Prozent. Die Gruppe der 15- bis 19-Jährigen geht bei der Hauptvariante um 11 Prozent zurück.
Bei einem jährlichen Wanderungsgewinn von 1 000 Personen steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen um 2,9 Prozent an. Bei ausgeglichener Bilanz verringert sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2021 um 4,3 Prozent.
Für diese Analyse wurden großteils die Wanderungsdaten der Statistik Austria für das Jahr 2009 herangezogen. Die abschließende Wanderungsanalyse der Statistik Austria wird erst in einigen Monaten vorliegen.
Der Wanderungssaldo beschreibt die Zuzüge minus die Wegzüge und hat in Linz 2009 mit einem Plus von 258 den geringsten Wert seit 2003 erreicht. Der seit 2007 wieder deutlich steigende InländerInnensaldo liegt 2009 bei einem Minus-Wert von nur rund 500. Hier gibt es die höchsten Zuzüge nach Linz seit dem Jahr 2003.
Linz hat die stärksten Wanderungsbeziehungen mit den Umlandgemeinden.
In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sind starke Wanderungsbewegungen mit positivem Wanderungssaldo bei den InländerInnen zu konstatieren. Besonders bei der jungen Generation schneidet hingegen das Bundesland Oberösterreich in einem völlig gegenläufigen Trend zu den positiven Werten in Linz deutlich negativ ab.
In einem Vergleich mit Oberösterreich, Linz-Land und Urfahr-Umgebung hat Linz beim relativen Wanderungssaldo eine deutlich bessere Position als das Land OÖ mit einem mehr als doppelt so hohen Gesamtwanderungssaldo als Oberösterreich und einem wesentlich höheren Wert als der nördliche klassische „Speckgürtelbezirk“ Urfahr-Umgebung.
Mit einem Gesamtwanderungssaldo von 3,1 pro 1 000 EinwohnerInnen war in Linz in der Periode 2005 bis 2009 die dritthöchste Zuwanderung aller oberösterreichischen Bezirke zu verzeichnen. Nur Wels-Land (5,5) und Linz-Land (4,4) wiesen höhere Werte auf.
Beim relativen Binnenwanderungssaldo lag Oberösterreich in einem Bundesländervergleich von 2005 bis 2008 immer an letzter Stelle: 2009 erreichte Oberösterreich nur den vorletzten Platz vor Kärnten.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Bevölkerungsprognose für Linz 2010 bis 2021“ mit Bürgermeister Franz Dobusch und Stadtrat Johann Mayr)
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