Genau 1,155 Millionen Euro sind heuer für die Realisierung von Straßenbeleuchtungsprojekten in der Landeshauptstadt vorgesehen. Davon stehen für die Umsetzung von Vorhaben im Zuge von Straßenneubauten und Platzgestaltungen Mittel in Höhe von rund 700 000 Euro zur Verfügung. 275 000 Euro werden für Projekte zur Erhöhung der Anlagen- und Verkehrssicherheit investiert, weitere 130 000 Euro fließen in Projekte im Zuge von Straßensanierungen.
Neben den Ausbau- und Adaptierungsmaßnahmen stehen vor allem verbesserte Lichtverhältnisse und die Anpassung an modernste technische Standards im Mittelpunkt der Planungen. Einen ebenfalls nicht zu vernachlässigenden Grund der Investitionen bietet die Optimierung des Energieverbrauchs. Mit einer Anhebung des Beleuchtungsniveaus soll eine bessere visuelle Führung durch gefährliche Straßenabschnitte gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang werden vielfach die Leuchten nach einem speziellen Konzept neu angeordnet.
Linz nimmt unter den Landeshauptstädten im Hinblick auf Qualität und Energieeffizienz der Beleuchtung einen Spitzenplatz ein. Während der Anschlusswert in den anderen Städten bei rund 100 Watt liegt, verfügt Linz mit einem Wert von knapp 87 Watt über eine der sparsamsten Beleuchtungen. So ist es in Linz auch gelungen, die Gesamtanschlussleistung in den letzten zehn Jahren um 2,4 Prozent zu reduzieren, während die die öffentliche Beleuchtung um beinahe neun Prozent ausgeweitet wurde.
„Bei der öffentlichen Beleuchtung auf den Linzer Straßen stehen für mich neben der Hebung der Verkehrssicherheit die Bedürfnisse der Menschen nach Schutz und Orientierung in der Dunkelheit im Vordergrund. Öffentliche Plätze, Parkanlagen und Unterführungen werden von der Stadt Linz lichttechnisch so gestaltet, dass sie übersichtlich und einsehbar sind. Zusätzlich investieren wir bereits seit Jahren in die aktuellsten Entwicklungen am Beleuchtungssektor, sodass wir auch umwelttechnische Aspekte wie Energieeinsparung und aktuelle Themen wie die ‚Lichtverschmutzung’ mit berücksichtigen“, betont der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die Notwendigkeit der Millioneninvestition für die Linzer Beleuchtung.
Für Erneuerungsmaßnahmen unter dem Gesichtspunkt der „Anlagen- und Verkehrsicherheit“ werden 275 000 Euro bereit gestellt. Diese Mittel dienen vor allem dazu, die Straßenbeleuchtung sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand zu bringen. Beleuchtungsanlagen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren und müssen dementsprechend nach einer gewissen Zeit adaptiert bzw. erneuert werden. Auch in die Jahre gekommene Holzmasten werden entfernt und die Beleuchtung wird dem Ortsbild und der Straßengeometrie entsprechend angepasst. Freileitungen werden soweit möglich unterirdisch verlegt. Dies und der Wegfall der Masten verbessert die Sichtverhältnisse zusätzlich. Beispiele dafür sind Adaptierungsmaßnahmen der Straßenbeleuchtung an der Harrachstrasse im Stadtzentrum sowie an der Brucknerstraße und an der Hasnerstraße im Andreas-Hofer-Viertel.
Weitere Erneuerungsmaßnahmen betreffen das Bachlfeld zwischen Keplerstraße und Harbacher Straße in Urfahr. Die veralteten Betonmasten werden durch eine moderne und vor allem energiesparende Beleuchtung ersetzt. Der Einsatz energiesparender Beleuchtungskörper mit besserer Effizienz steht bei allen Modernisierungen im Mittelpunkt der Überlegungen.
Weiters verbessert die Stadt die Beleuchtungsverhältnisse in Kleinmünchen bei der zukünftigen Krabbelstube „Löwenfeldvilla“ und durch den Austausch von Beleuchtungskörpern im so genannten Textilpark zwischen Dauphine- und Saporoshjestraße.
Bei den Schutzwegen direkt bei der Straßenbahnhaltestelle Ferdinand-Markl-Straße sowie auf Höhe des Haselgrabenweges in Urfahr wird die Verkehrssicherheit für die FußgängerInnen durch die Errichtung einer Schutzwegbeleuchtung verbessert. Unter diesem Aspekt wird auch die Schutzwegbeleuchtung an der Europastraße im Bereich Wieningerstraße und Schiffmannstraße ausgebaut.
Eine Beleuchtungsanlage ist am Traunauweg im Linzer Süden geplant, wo durch den Rückbau der bestehenden Fahrbahn zwischen der Saporoshjestraße und der Wiener Straße ein rund 80 Meter langer kombinierter Rad- und Gehweg errichtet wird. Die alten Holzmasten sollen dort durch Kunststoffmasten ersetzt und die bisherigen Freileitungen für die Beleuchtung im Erdreich verlegt werden. An der Freistädter Straße B 125 wird bei der Autobahnabfahrt von der A 7, auf einem unbenannten Straßenstück zwischen der Prunbauerstraße auf Höhe des PRO-Kaufhauses und der Kreuzung mit der Freistädter Straße ein rund 350 Meter langer kombinierter Rad- und Gehweg angelegt. Im Zuge der Errichtung wird auch die Beleuchtung im vorderen Bereich des Rad- und Gehweges adaptiert.
Den größten Anteil bei den Ausgaben für Projekte als Folge von Straßenneubauten nimmt mit insgesamt 465 000 Euro die Herstellung von Beleuchtungsanlagen ein, die für die Erschließung neuer Wohnanlagen errichtet werden.
Die fünf größten Vorhaben dabei sind Beleuchtungsmaßnahmen im Bereich Hirschgasse / Kapuzinerstraße (beim Projekt „Römerpark“ der Firma Bauwerk Objekterrichtung), beim Straßenausbau Europastraße / Kokoschkastraße (Wohnbauten der WAG), an der Dauphinestraße (zwischen Laskahofstraße und Reintalerweg, Wohnbauten der GWG), an der Thanhoferstraße (Bauvorhaben der Genossenschaft für Stadterneuerung und Assanierung / GSA) und am Theresia-Brandl-Weg an der Traunau-Linse (Wohnbauten der Neuen Heimat).
Einen vergleichsweise geringeren Umfang haben die künftigen Beleuchtungsprojekte an der Linzer Straße in Urfahr und weiters an der Raffelstettner Straße (bei neuen Wohnanlagen der GWG) sowie am Stockenhuberweg in Plesching (bei einer Wohnanlage der TK Immobilien GmbH).
Die rege Wohnbautätigkeit im Süden von Linz hat ferner Straßenausbauten bzw. Straßenerweiterungen mit Beleuchtungen am Forellenweg (dort erfolgt nach einem Grunderwerb seitens der Stadt nun der Endausbau auf eine Fahrbahnbreite von sechs Metern) und an der Traundorfer Straße notwendig gemacht. An der Traundorfer Straße soll heuer der Teilabschnitt zwischen Klettfischerweg und Zeisigweg von ursprünglich vier auf sechs Meter Fahrbahnbreite erweitert werden. Weiters ist ein Gehsteig an der Südseite geplant. Dabei wird auch eine moderne Beleuchtung errichtet.
In Urfahr erfolgt im Zuge einer geplanten Fahrbahnsanierung und -verbreiterung entlang der Häuser Leonfeldner Straße Nr. 66b und 92b die Modernisierung der Beleuchtung. Die Fahrbahn wird dort um einen Meter auf circa 4,60 Meter verbreitert, um eine Verbesserung der Feuerwehrzufahrt zu erreichen.
Einen nicht unerheblichen Anteil nehmen im Beleuchtungsprogramm 2010 die Straßen- und Platzgestaltungen mit 125.000 Euro an veranschlagten Kosten ein. Straßenlicht wird hier nicht nur funktional eingesetzt, sondern fungiert zusätzlich als Gestaltungselement. So soll zum Beispiel an der Rilkestraße im Nahbereich zur Überplattung durch den dortigen Neubau des Seniorenzentrums eine rund 140 Meter lange Zone entlang einer Nebenfahrbahn ansprechender gestaltet werden. Entsprechend Entwürfen der Stadtplanung Linz ist neben der Schaffung von Grüninseln und der Pflanzung von Bäumen auch eine Modernisierung der Beleuchtung geplant.
Weiters ist für die künftige Gestaltung des Vorplatzes beim Vereinszentrum der Homosexuellen Initiative Linz (HOSI) an der Ecke Kaisergasse / Fabrikstraße die Adaptierung von stadtbildgerechten Beleuchtungskörpern vorgesehen. Es sollen auch zusätzliche Bäume gepflanzt und der Platz gepflastert werden, um dem Areal eine größere Attraktivität zu verleihen. Auch für die Vorplatzgestaltung der Berufsschule Linz 3 an der Makartstraße sind dekorative Beleuchtungskörper angedacht. Dort entsteht bis zum Dezember 2010 ein Anbau im Bereich der ehemaligen Postgarage. Für die Vorplatz- und Oberflächengestaltung soll auf der Basis der bestehenden Gesamtplanung durch das Architekturbüro Bauböck ab 8. April noch ein Ideenwettbewerb erfolgen.
Linz nimmt nach wie vor einen Spitzenplatz sowohl bei der Qualität als auch Wirtschaftlichkeit der öffentlichen Beleuchtung ein. Mit einem spezifischen Anschlusswert* von 86,59 Watt pro Lampe (inklusive Brücken- und Fassadenanstrahlungen) verfügt Linz im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten (durchschnittlich 100 Watt) über eine der sparsamsten Straßenbeleuchtungen in Österreich. In den vergangenen zehn Jahren hat sich zudem die Anzahl der Lampen um 8,65 Prozent erhöht, während die Gesamtanschlussleistung um 2,39 Prozent zurückgegangen ist.
*Spezifischer Anschlusswert einer einzelnen Lampe = Gesamtanschlussleistung dividiert durch die Lampenanzahl
In der Landeshauptstadt sind derzeit insgesamt rund 594 Kilometer Straßen sowie rund 200 Kilometer meist kombinierte Rad- und Gehwege beleuchtet. Dafür sorgen 20 624 Leuchten, die mit 23 206 Lampen (80 verschiedene Lampentypen) bestückt sind. Durch den Einsatz moderner Technologien ist es möglich, bei den Betriebskosten erhebliche Einsparungen zu erzielen.
Darüber hinaus wird durch eine vorausschauende Planung sowie Koordinierungsgespräche mit anderen Versorgungsleitungsträgern durch die Mitarbeiterinnen von Tiefbau Linz ein weiteres Sparpotential genutzt.
Ein wesentlicher Beitrag zur Wirtschaftlichkeit ist die auch in Linz angewandte Reduzierschaltung. Dabei wird ab 23 Uhr bei 2 249 Lampen die Leistung um etwa die Hälfte gesenkt. Weiters werden 4 882 Lampen (rund 420 Kilowatt) bis in die Morgenstunden abgeschaltet.
7070-3366 - Heißer Draht zum Licht
Störungsmeldungen unter 05 170761688
Regelmäßig genützt wird von den Linzerinnen und Linzer auch das so genannte Lichttelefon unter der Telefonnummer 7070 3366. Seit der Installierung im Herbst 1997 werden pro Monat durchschnittlich rund zehn Anrufe registriert. Hier können einfach und unkompliziert Wünsche, Anregungen und Beschwerden weitergegeben werden. Außerhalb der Magistratsdienstzeiten registriert ein Tonband sämtliche Anrufe. Ein Rückruf erfolgt umgehend, wenn dies gewünscht wird.
Natürlich langen auch im städtischen Bürgerservice viele Wünsche und Anregungen an die zuständige Abteilung, den Tiefbau Linz ein.
In besonders dringenden Fällen, wie zum Beispiel bei Ausfall der Beleuchtung in einem Stadtteil, ist unter der Telefonnummer 05 170761688 die Störungsannahmestelle der Fa. Elin GmbH rund um die Uhr erreichbar. Diese ist dann unverzüglich um die Behebung des Schadens bemüht. Das Linzer Beleuchtungsnetz gilt aber allgemein als sehr modern, gut ausgebaut und sicher, denn die Häufigkeit von Störungen hält sich in Grenzen. Nur fünf bis zehn Mal im Jahr müssen die „Entstörer“ im Durchschnitt ausrücken.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Beleuchtungsprogramm 2010“)
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