Sechs weitere „Rucksackgruppen“ in städtischen Kindergärten
Die Sprachförderung von Kindern aus Migrantenfamilien stellt für die Stadt Linz ein wichtiges integrationspolitisches Ziel dar. Aus diesem Grund wurde bereits Anfang dieses Jahres das bereits seit 2008 bestehende so genannte „Rucksackprojekt“ in den städtischen Kindergärten deutlich erweitert. Nunmehr wird das Angebot verdoppelt: Ab Mitte März kommen zu den bestehenden sechs Gruppen sechs weitere hinzu. Insgesamt sind somit zwölf ausgebildete "Rucksack-Mütter" als muttersprachliche Sprachtrainerinnen in den Kindergärten im Einsatz. „Wir möchten vor allem Eltern mit Migrationshintergrund vermehrt in die pädagogische Arbeit im Kindergarten mit einbinden. Die Eltern sind ein wesentlicher Teil des Bildungsprozesses ihrer Kinder. Mit der Ausweitung des "Rucksack-Modells" intensiviert die Stadt ihre Bemühungen um eine bessere Integration von MigrantInnen,“ so Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger. Rund 27 000 Euro investiert die Stadt Linz für das vom Institut für interkulturelle Pädagogik geleitete Projekt.
Bei diesem so genannten "Rucksack-Modell" handelt es sich um ein mehrstufiges Programm, das nicht nur die Förderung der Mehrsprachigkeit bei Migrantenkindern zum Ziel hat. Durch eine intensive Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess erhalten diese auch eine Stärkung der Erziehungskompetenz und ihres Selbstwertgefühls. Die Stärkung der Eltern in Erziehungs- und Bildungsfragen wird immer wichtiger. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten, wie es das Ziel des "Rucksack-Modells" ist, wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus. Darüber hinaus ermöglicht die gezielte Förderung der Kinder in ihrer Muttersprache ein leichteres und schnelleres Erlernen einer Zweitsprache.
Das Projekt „Rucksack“ zielt auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, der deutschen Sprache und allgemeinen kindlichen Entwicklung ab. Die Mütter werden als Expertinnen für das Erlernen der Erstsprache angesprochen. Durch die Anleitung der "Rucksack-Mütter" als Sprachtrainerinnen und mit Hilfe von Arbeitsmaterialien werden sie auf die Förderung der Muttersprache vorbereitet. Sie treffen sich einmal in der Woche für zwei Stunden und machen gemeinsame Aktivitäten, die die Mütter dann mit ihren Kindern unter der Woche zu Hause durchführen sollen. Die Anbindung an den Kindergarten ist dabei sehr wichtig und Bedingung für dieses Programm. Denn hier soll die Förderung in der deutschen Sprache parallel zur Arbeit mit den Müttern erfolgen.
Derzeit werden in Linz drei "Rucksackgruppen" in türkischer und drei Gruppen in albanischer Sprache geführt. Zusätzlich wird es ab März vier türkische und zwei weitere albanische Rucksackgruppen in den städtischen Kindergärten geben. Insgesamt investiert die Stadt Linz für dieses Projekt mehr als 27 000 Euro. „Aus den Erfahrungen des letzten Jahres sehen wir, dass viele Mütter aus den Rucksackgruppen mit dem Mut hervorgingen, sich zu Deutschkursen anzumelden, sich an Elternabenden zu beteiligen und zu Elternsprechtagen zu kommen“, unterstreicht Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger die Bedeutung des Projektes.
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