Die mobile Betreuung kümmert sich in Linz derzeit mit 164 MitarbeiterInnen um das Wohlergehen der älteren Menschen. Diese Menschen sind soweit selbständig, dass sie in ihren eigenen vier Wänden leben können, jedoch für gewisse Hilfeleistungen die Angebote mobiler Dienste in Anspruch nehmen.
Zu den mobilen Angeboten für ältere Menschen gehören die Hauskrankenpflege für medizinische Betreuung, die Mobile Betreuung und Hilfe zur Unterstützung im Haushalt und bei der Körperpflege und das Essen auf Rädern mit einem täglichen warmen Mittagsmenü. Drei Tageszentren in den Seniorenzentren runden die Betreuung von Personen ab, die Unterstützung im täglichen Leben benötigen.
Ab Jänner 2010 werden 10 weitere MitarbeiterInnen für die Mobile Betreuung und Hilfe aufgenommen. Damit wird die Vorgabe des Landes Oberösterreich, die 171 VollzeitmitarbeiterInnen vorschreibt, mit 174 Personaleinheiten sogar überschritten.
Insgesamt stehen für alle Hilfsdienste rund 11 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gesamtausgaben für Mobile Betreuung und Hilfe betragen 6,9 Millionen Euro. Die Ausgaben für die Hauskrankenpflege liegen bei 2,3 Millionen Euro. Für die städtische Aktion Essen auf Rädern sind Ausgaben von 1,1 Million Euro veranschlagt und für die Betreuung in den Tageszentren wendet die Stadt rund 700.000 Euro auf.
Individuelle Hilfeleistungen vor Ort setzen eine genaue Kenntnis des jeweiligen Betreuungs- und Pflegebedarfs voraus. Eruiert wird dieser Bedarf in Zusammenarbeit der städtischen Sozialberatungsstellen Kompass und bei Bedarf mit AmtsärztInnen, ÄrztInnen und Krankenhäusern. Die SozialarbeiterInnen der Stadt Linz beauftragen dann den im Stadtteil zuständigen Anbieter mit der Betreuung der SeniorInnen. Die Leistungen der mobilen Hilfsdienste unterliegen den Richtlinien des Landes Oberösterreich.
Erste Anlaufstelle für die LinzerInnen mit Pflegebedarf ist jedoch immer eine der vier Kompass Sozialberatungsstellen. Dezentral situiert sind sie leicht für alle LinzerInnen erreichbar. Sie befinden sich im Neuen Rathaus in Urfahr, im Seniorenzentrum Franckviertel und Neue Heimat sowie im Gebäude der Volkshilfe an der Glimpfingerstraße.
Die Hauskrankenpflege erfolgt nur auf ärztliche Veranlassung und wird von diplomiertem Personal wahrgenommen. Es werden vorwiegend medizinische Maßnahmen wie Injektionen, Verbände, Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen durchgeführt. Darüber hinaus beraten und unterstützen die MitarbeiterInnen bei der Organisation von Heilbehelfen und Pflegematerial. Im Jahr 2008 wurden 1.579 LinzerInnen mit 118 552 Hausbesuchen betreut. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro.
Die Mobile Betreuung und Hilfe hat das soziale und körperliche Wohlbefinden von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen zum Ziel. Die FachsozialbetreuerInnen und HeimhelferInnen unterstützen bei der Zubereitung einfacher Mahlzeiten und der Nahrungsaufnahme. Sie helfen bei der Körperpflege und bei der Haushaltsführung. Sie begleiten ältere Menschen auch auf dem Weg zu ÄrztInnen und zu Behörden. Außerdem beraten sie pflegende Angehörige als Teil ihres Arbeitsspektrums.
2008 haben in Linz insgesamt 2 055 Personen diese Leistungen in Anspruch genommen. 235 254 Hausbesuche wurden im Vorjahr absolviert, wobei 162.899 Betreuungsstunden anfielen. Das heißt, dass jeder Klient im Durchschnitt 79 Stunden betreut wurde. Stadt Linz und Land OÖ. finanzieren je die Hälfte der 6,93 Millionen Gesamtausgaben.
Die MitarbeiterInnen von „Essen auf Rädern“ liefern täglich eine warme Mahlzeit für ältere Menschen, die noch in der eigenen Wohnung leben. Der finanzielle Höchstbeitrag beläuft sich auf 6,60 Euro pro Portion. Es werden auch spezielle Diätgerichte angeboten. „Essen auf Rädern“ kann je nach Wohnort direkt beim Samariterbund oder beim Roten Kreuz bestellt werden. Allein im vergangenen Jahr wurden fast 168 000 Essensportionen an 1 130 Personen zugestellt. Im Durchschnitt nahmen 2008 618 Personen das Angebot der Essenszustellung an. Die Gesamtausgaben für die Aktion betragen insgesamt 1,09 Millionen Euro.
Die Stadt Linz bietet in drei Seniorenzentren eigene Tageszentren an. Hierher kommen SeniorInnen, die zwar noch zu Hause wohnen, jedoch Unterstützung im täglichen Leben, vor allem in der Pflege und Betreuung, benötigen. Darüber hinaus sind Tageszentren zusätzlich auch ideale Treffpunkte für allein lebende ältere Personen, um einer Vereinsamung vorzubeugen.
2008 besuchten rund 380 SeniorInnen diese drei Einrichtungen, wo jeweils fünf FachsozialbetreuerInnen Altenarbeit zur Verfügung stehen. Die Jahresauslastung lag im vergangenen Jahr bei fast 99 Prozent. Insgesamt konnten 24 281 Besuchstage gezählt werden. Die Kosten für die Tageszentren liegen bei 736 000 Euro.
| Betreute Personen | 1 579 |
|---|---|
| Betreuungsstunden | 43 519 |
| Hausbesuche | 118 552 |
| Betreute Personen | 2 055 |
|---|---|
| Betreuungsstunden | 162 899 |
| Hausbesuche | 235 254 |
| Betreute Personen | 1 130 |
|---|---|
| gelieferte Mahlzeiten | 167 795 |
| Betreute Personen | 380 |
|---|---|
| Besuchstage | 24 281 |
| Jahresauslastung | 98,74 % |
Mit den 15 MitarbeiterInnen, die in den Tageszentren der städtischen Seniorenzentren eingesetzt sind, und den für 2010 geplanten 159 Vollzeitarbeitsplätzen werden in Linz dann insgesamt 174 Personaleinheiten in den mobilen Diensten eingesetzt sein. Das sind um 3 Personaleinheiten mehr, als der Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes Oberösterreich für diesen Zeitraum vorsieht (171 Personaleinheiten).
Die mobile Betreuung wird in Linz von privaten Vereinen angeboten. Dazu gehören: Volkshilfe, Caritas, Samariterbund, Rotes Kreuz, Hilfswerk, Evangelische Diakonie und die Miteinander GmbH. Das Linzer Stadtgebiet ist für die effiziente Versorgung in fünf einzelne Zonen aufgeteilt, die von den sieben Organisationen betreut werden.
| Vereine | Personal 2009 | Personal 2010 |
|---|---|---|
| Miteinander | 25,3 | 28,0 |
| Rotes Kreuz | 23,8 | 25,3 |
| Volkshilfe | 23,3 | 25,1 |
| Samariterbund | 21,7 | 23,1 |
| Caritas | 21,5 | 22,5 |
| Hilfswerk | 21,4 | 22,5 |
| Diakonie | 12,0 | 12,6 |
| Summe Vereine | 149 | 159 |
| + Tageszentren | 15 | 15 |
| Gesamt | 164 | 174 |
Der laufend größer werdende Pflegebedarf führte bereits in der Vergangenheit zu Personalaufstockungen. Die Vollzeit-Arbeitsplätze (VZÄ) stiegen von 108 im Jahr 2000 auf derzeit 149. Damit sind seit dem Jahr 2000 insgesamt 41 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, was einer Steigerung von 38 Prozent entspricht.
| Jahr |
Personal Mobile Dienste (VZÄ) |
Personal Mobile Dienste Beschäftigte (inkl. Teilzeit) |
|---|---|---|
| 2000 | 108,6 | 190 |
| 2001 | 106,3 | 178 |
| 2002 | 110 | 176 |
| 2003 | 107 | 176 |
| 2004 | 111 | 161 |
| 2005 | 116,2 | 188 |
| 2006 | 116,5 | 193 |
| 2007 | 124,4 | 197 |
| 2008 | 135,6 | 214 |
| 2009 | 149 | rd. 220 |
Die mobilen Dienste werden fast zur Gänze von der öffentlichen Hand finanziert. Die Ausgaben für alle mobilen Dienste betragen insgesamt elf Millionen Euro.
Das Land Oberösterreich trägt die Kosten der Hauskrankenpflege (2,3 Millionen Euro), die Stadt Linz übernimmt die Kosten der Aktion Essen auf Rädern (1,09 Millionen Euro) und Tageszentren (0,73 Millionen Euro). Je zur Hälfte finanzieren die Stadt Linz und das Land Oberösterreich die mobile Betreuung und Hilfe (6,93 Millionen Euro).
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Klaus Luger zur Situation bei den Mobilen Hilfsdiensten)
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