Dabei muss heute besonders auf die Herausforderung und auf den Wunsch nach einer vitalen, belebten Altstadt eingegangen werden, ohne gleichzeitig ein Freilichtmuseum entstehen zu lassen. „Die zunehmende Rückkehr in die Städte, das wieder beliebtere Wohnen im Zentrum macht die historische Bausubstanz zur beliebten Alternative zum Reihenhaus am Stadtrand. Kurze Wege und Einkaufsmöglichkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld sind nur einige Vorteile, die im steigenden Umfang auch von jungen Familien wieder geschätzt werden“, analysiert Planungsstadtrat Klaus Luger die Entwicklung in der Landeshauptstadt.
Barrierefreiheit und die Frage des ruhenden Verkehrs sind zentrale Fragen, die für künftige BewohnerInnen gelöst werden müssen. Eine behutsame Altstadtsanierung ist daher nicht nur unter Denkmalschutzaspekten zu sehen, sondern auch im Interesse der Menschen, heißt es doch: Die Menschen machen die Stadt, nicht die Häuser.
Seit Beginn der Altbau-Sanierung vor 30 Jahren hat die Stadt Linz insgesamt 13,85 Millionen Euro an direkten Unterstützungen gewährt. Knapp neun Millionen Euro, also rund zwei Drittel, flossen direkt in die Linzer Altstadt. Nachdem es im Jahr 2006 zu einem Stillstand der Ansuchen kam, wurden die Fördermittel im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres in den Jahren 2007 und 2008 jeweils von 100.000 auf insgesamt 700 000 Euro erhöht. Heuer umfasst das Budget für Altstadtförderungen ein Volumen von 350.000 Euro, um den HausbesitzerInnen die Möglichkeit zu geben, auch 2009 Stadtbildverbesserungen vorzunehmen.
Im Jahr 2008 wurden städtische Fördermittel für insgesamt 16 Projekte in der engeren Linzer Altstadt mit einer Förderungssumme von 275 000 Euro genehmigt. Das Gebiet der „engeren Altstadt“ wird zwischen Donau, Schlossmuseum, Promenade, Graben und Rechte Donaustraße definiert.
„Es zeichnet sich erfreulicherweise ab, dass die BesitzerInnen der Altstadtobjekte ihre Häuser nicht nur für das Kulturhauptstadtjahr herausputzen wollen, sondern auch bereit sind, nachhaltige Investitionen zu tätigen,“ hebt Stadtrat Luger hervor.
Mit dem Kulturhauptstadtjahr ist das Sanierungsprogramm aber noch nicht abgeschlossen. Derzeit befinden sich weitere acht Projekte am Start. Teilweise wurden für die Sanierungen und Umbauten auch schon die Zustimmung des Denkmalamtes sowie des Gestaltungsbeirates eingeholt, sodass nach Erteilung der behördlichen Genehmigungen nichts mehr im Wege stehen sollte.
Die Förderung der Stadt Linz beträgt maximal 30 Prozent der förderungswürdigen Kosten eines Altstadtsanierungsprojektes und soll nicht mehr als insgesamt 30 000 Euro ausmachen, um so genannte Mitnahmeeffekte möglichst hintan zu halten. In begründeten Einzelfällen kann aber auch eine höhere Förderungssumme beschlossen werden.
Nach Abstimmung zwischen den beiden politischen Referenten, Finanzstadtrat Johann Mayr und Planungsreferent Stadtrat Klaus Luger, wurden die Fördermittel für die Altstadtförderung auf 700 000 Euro für die Jahre 2007 und 2008 angehoben. 2009 beträgt das Förderbudget für die Altstadterhaltung 350 000 Euro.
Im Jahr 2008 wurden städtische Fördermittel für insgesamt 16 Projekte in der engeren Linzer Altstadt mit einer Förderungssumme von 275 000 Euro genehmigt.
| Genehmigung | Förderobjekt | Förderung (Euro) |
|---|---|---|
| März 2008 | Altstadt 17 | 4 700 |
| April 2008 | Altstadt 15 | 30 000 |
| April 2008 | Pfarrgasse 2 | 5 800 |
| Mai 2008 | Altstadt 2 | 10 000 |
| Mai 2008 | Altstadt 28 | 39 000 |
| Mai 2008 | Hofberg 10 | 6 000 |
| Mai 2008 | Pfarrgasse 14 | 11 600 |
| Mai 2008 | Domgasse 14 | 11 500 |
| Sept. 2008 | Altstadt 4 | 900 |
| Sept. 2008 | Pfarrgasse 14-18 | 2 000 |
| Dez. 2008 | Rathausgasse 5 | 30 000 |
| Dez. 2008 | Hofgasse 3 | 30 000 |
| Dez. 2008 | Altstadt 13 | 30 000 |
| Dez. 2008 | Altstadt 6, 8 | 30 000 |
| Dez. 2008 | Hauptplatz 18 | 30 000 |
| Dez. 2008 | Rathausgasse 3 | 3 600 |
| Gesamt | 275 100 |
In diesem denkmalgeschützten Bürgerhaus, das seit 1549 bekannt ist, wohnte im Jahr 1625 der berühmte Astronom Johannes Kepler. Die Schauseite mit vier Hauptgeschoßen ist in den zwei untersten Geschoßen vorgebaut und besitzt einen Flacherker. Im Juni 2008 haben die Bauarbeiten begonnen. Seit Anfang 2009 ist das Kepler-Haus fertig saniert und besitzt eine gelbe Fassade.
Die Generalsanierung umfasste die gesamte Haustechnik und die Fassade. Das Kepler-Haus erhielt einen Lift und einen Fernwärmeanschluss. Der ursprünglich geplante Dachgeschoßausbau wurde wegen Anrainereinsprüchen bislang nicht vorgenommen.
Die drei Wohnungen im zweiten und die fünf Wohnungen im dritten Obergeschoß mit Größen zwischen 30 und 45 Quadratmetern wurden umfassend saniert. Eine Wohnung im zweiten Obergeschoß ist bereits vermietet. Im Erdgeschoß sind drei Lokale renoviert worden.
Im ersten Obergeschoß ist der „Kepler-Salon“ als wissenschaftliche Begegnungsstätte für 2009 eingerichtet worden.
Das unter Denkmalschutz stehende viergeschoßige Gebäude wirkt durch die hochgezogene Vorschussmauer, als hätte es fünf Geschoße. Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Fassade barockisiert. Die bestehenden Wohnungen wurden ebenso saniert wie die Fassade mit Fenstern und Außentüren. Im ersten Stock wurde eine Holzdecke freigelegt. Es wurde auch ein behindertengerechter Aufzug eingebaut.
Das Losensteiner Freihaus ist das älteste Linzer Freihaus und wurde 1494 erstmals urkundlich erwähnt. Es steht seit fast 70 Jahren unter Denkmalschutz. Das heutige Erscheinungsbild des renaissancezeitlichen Eckgebäudes ist durch die Erhöhung auf 5 Geschoße aus dem Jahr 1837 nach den Plänen von Baumeister Franz Höbarth geprägt.
Anfang der 1990er Jahre erfolgten eine erste Sanierung und ein Dachgeschoßausbau. 2008 ist eine Sanierung sämtlicher Fassaden, auch im Hof, und aller Fenster und Außentüren erfolgt.
Das denkmalgeschützte Haus ist 1595 erstmals mit Vorder- und Hinterhaus erwähnt worden. Das spätgotische Haus besitzt fünf Geschoße und eine barocke Fassade. Die abgeschlossene Sanierung betraf die Fassade und historische Gebäudeteile wie die Kastenstockfenster, die Holztramdecken, verschiedene Gewölbeflächen und das Geschäftsportal im Erdgeschoß.
Das Wohn- und Geschäftshaus Altstadt 13 besteht aus dem Hauptgebäude und zwei rückwärtigen, unterschiedlich langen Seitenflügeln. Durch einen Neubau mit Treppenhaus und Lift werden die beiden Seitenflügel so verbunden, dass zwei Höfe entstehen.
Im dritten Obergeschoß und im neu ausgebauten Dachgeschoß werden neun Wohnungen gebaut. Die bestehenden sieben Wohnungen werden modernisiert und mit Balkonen aufgewertet.
Im Erdgeschoß werden drei Geschäfte entstehen, es sind auch zwei Büros geplant. Alle 16 Wohnungen sind Mietwohnungen und verfügen über Wohnflächen zwischen 60 und 128 Quadratmetern. Mitte 2008 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, eine Fertigstellung ist für heuer im Juli vorgesehen. Die Gesamtkosten der Generalsanierung betragen 3,5 Millionen Euro.
Durch den Zu- und Umbau des Freihauses Salburg werden 18 neue Wohnungen entstehen. Das lärmintensive Restaurant wird verlegt, soll dann über 200 Quadratmeter verfügen und wird eine Schallschutzfixverglasung erhalten. Neben der Erweiterung des zweiten Lokals im Erdgeschoß auf 135 Quadratmeter ist auch ein Umbau der bestehenden Wohngeschoße geplant und der gesamte Dachraum wird ausgebaut. Im Dachgeschoß entstehen vier neue Wohnungen mit Größen zwischen 100 und 180 Quadratmetern.
Baubeginn war im Herbst 2008, die Außenfassade wird im Frühjahr 2009 fertig. Mit der gesamten Fertigstellung kann noch heuer im Sommer gerechnet werden. Die Baukosten betragen 2,5 Millionen Euro.
Die Wohnungssituation wird mit einem behindertengerechten Lift, Terrassen und Loggien im Innenhof sowie Gründächern wesentlich verbessert. Fassade und Fenster werden ebenfalls erneuert.
Das Feichtingerhaus wurde im Jahr 1456 erstmals urkundlich erwähnt. Das heutige Erscheinungsbild des repräsentativen Freihauses stammt aus der Zeit des Frühbarocks um 1686. Die Schauseite zum Hauptplatz besitzt fünf Achsen und vier Geschoße. 2009 sollen im hinteren Hofbereich ein Gesamtumbau und eine teilweise Aufstockung eines Nebengebäudes erfolgen.
Für den Einbau eines Aufzuges wurde ein Förderansuchen für Stadterneuerung eingebracht. Die Zusicherung des Landes Oberösterreich wurde noch nicht vorgelegt.
Das Bürgerhaus wurde 1549 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Die viergeschoßige Hauptfassade mit Dachgeschoß besitzt gegen Süden fünf Fensterachsen und gegen Osten drei Achsen. Hier ist ein Vorsprung gegenüber dem Haus Rathausgasse 5 vorhanden. Die gesamte Fassade des Hauses soll 2009 renoviert werden.
Das denkmalgeschützte Konrad-Vogel-Haus wurde 1595 erstmals erwähnt. Beim Stadtbrand von 1800 wurde das dritte Obergeschoß zerstört. Die schmucklose fünfgeschoßige Fassade besitzt ein Rundbogentor, das in eine Rundbogennische mit Oberlichte eingesetzt ist. Hinter der Vorschussmauer mit Fenstern befindet sich ein Grabendach. Die Sanierung betrifft die Fassade und das Dach. Hier wird neben Ausbesserungen auch eine Dachrinnenbeschichtung durchgeführt.
Das denkmalgeschützte Alte Büchsenhaus, das auch als Starhemberger Freihaus bekannt ist, wurde um 1415 erstmals erwähnt. Nach dem großen Stadtbrand von 1800 musste es wieder aufgebaut werden und erhielt ein zusätzliches drittes Stockwerk. Neben der Fassaden- und Fenstersanierung soll auch die gesamte Dachkonstruktion erneuert werden.
Das unter Denkmalschutz stehende Apothekerhaus bestand ursprünglich aus zwei spätgotischen Häusern, auf die um das Jahr 1735 ein gemeinsames Dachgeschoß aufgesetzt wurde. Eine weitere Vergrößerung entstand um das Jahr 1793 durch den Kauf des nördlichen Nachbarhauses. Die Hauptfront zum Hofberg besitzt einen Turm. Das Apothekerhaus soll eine Fassadensanierung mit Fensteranstrich erhalten.
Das spätgotische Bürgerhaus weist eine barockisierte Fassade aus der Zeit um 1700 auf und steht unter Denkmalschutz. Es besitzt eine geschmückte Hauptfassade mit fünf Fensterachsen am Hauptplatz und neun Achsen zur Domgasse. Bei diesem Haus soll die gesamte Fassade saniert werden.
Das denkmalgeschützte Wohnhaus Hofgasse 21, am Fuße des Schlossberges, soll um ein Vollgeschoß und ein zurückgesetztes Geschoß aufgestockt werden. Nach dem Abbruch des Grabendaches soll ein großes Penthouse entstehen, das in zwei Wohnungen geteilt werden kann. Das neue Dach wird mit einer flachen Holzkonstruktion gebildet. Die insgesamt fünf Wohnungen erhalten einen Lift im Innenhof, für den ebenfalls um eine Förderung angesucht wurde und verfügen über Terrassen und Lichthöfe. Das oberste Geschoß ist im Norden zurückgesetzt.
Der Beirat für Stadtgestaltung hat das Projekt am 14. April 2008 grundsätzlich positiv bewertet. Die Empfehlungen des Beirates, die aufgestockte Fassade im sechsten Obergeschoß an der Donau mit einer großzügigen Fensteröffnung zu versehen, wurden in der bereits erfolgten Planungsvisite berücksichtigt und genehmigt. Außerdem wird das Gesims im fünften Obergeschoß soweit eingehoben, dass die Attika des dahinter liegenden Daches verdeckt wird. Die Aufstockung ist im Linzer Stadtbild am Fuße des Schlossberges deutlich sichtbar. Daher ist eine qualitätsvolle und sensible Revitalisierung besonders wichtig.
Das Haus wurde 1595 erstmals erwähnt und war von 1620 bis 1814 im Besitz von Zinngießern. Beim Stadtbrand im Jahr 1800 wurde das Dach des Hinterhauses zerstört. 1962 wurde die Fassade durch Hans Arndt renoviert. Das schmale spätgotische Haus mit Breiterker und aufsitzendem Mittelerker ist für die Linzer Altstadt typisch, allerdings nur mit barockisierter Fassade. Nunmehr ist die abermalige Erneuerung der Fassade geplant.
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Planungsreferent Stadtrat Klaus Luger zum Thema „Altstadtförderung“)
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