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Presseaussendung vom 23.01.2009

Ausstellung „No Child´s Play – Kein Kinderspiel“

Die österreichischen Freunde von Yad Vashem veranstalten in Zusammenarbeit mit der Stadt Linz am 27. Jänner 2009 eine Gedenkstunde anlässlich des 4. Internationalen Holocaustgedenktages, der 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Anschließend wird auch die Ausstellung „No Child´s Play – Kein Kinderspiel“ eröffnet.

Eröffnungsworte sprechen Stadtrat Klaus Luger und Günther Schuster, der Vorsitzende der Österreichischen Freunde von Yad Vashem. Vera Qualtinger-Borek liest aus Aufzeichnungen der Theresienstadt-Überlebenden Ruth Klüger.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung aus Yad Vashem, der israelischen Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem und wird von 27. Jänner bis 6. Februar 2009 im Foyer des Alten Rathauses bei freiem Eintritt gezeigt. Die Ausstellung erinnert an das Schicksal der etwa 11 000 jüdischen Kinder, die in das KZ Theresienstadt deportiert wurden und von denen nur wenige die NS-Massenmorde überlebten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen in Theresienstadt angefertigte Kinderzeichnungen und Spielsachen der Kinder, die den wenigen Überlebenden auch noch heute viel bedeuten. In der Ausstellung sind auch Fotos der Kinder zu sehen und einige berührende Lebensgeschichten zu lesen.

Die Kinder wurden in eigenen „Kinderheimen“ untergebracht und erhielten ein etwas besseres Essen als die erwachsenen Häftlinge. Es gab auch einen geheimen Unterricht durch ihre BetreuerInnen, der „madrichim“ genannt wurde.

Das tschechische KZ Theresienstadt wurde als „Vorzeigeghetto“ der NS-Diktatur im November 1941 in einer Kleinstadt errichtet. 140 000 Gefangene lebten in einer Stadt, die vorher 7 000 EinwohnerInnen hatte.

Um Gerüchte über Gräueltaten und Ermordungen in Theresienstadt zu widerlegen, wurden vor einer Inspektion des Internationalen Roten Kreuzes Cafes eingerichtet und eine Kinderoper einstudiert und aufgeführt. Um die Überbevölkerung zu vertuschen, gab es mehr Transporte nach Auschwitz. Die eilig entfernten Juden wurden in „Familienlagern“ in Auschwitz-Birkenau eingesperrt, bis die Kontrollen des Roten Kreuzes in Theresienstadt abgeschlossen waren. Nach dem Ende der Kontrollen wurden die Lager aufgelöst und die Menschen umgebracht.

Im Februar 1944 wurde der Film „Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ begonnen. Unter der Regie des Juden Kurt Gerron sollte der Welt vorgegaukelt werden, wie „gut“ es den Juden in den Konzentrationslagern geht. Nach den Dreharbeiten wurden die Schauspieler und Regisseur Gerron nach Auschwitz deportiert.

Über 30 000 Menschen starben von den 140 000 Häftlingen in Theresienstadt an den grausamen Lebensumständen, darunter tausende Kinder. Fast 90 000 Häftlinge wurden in den Vernichtungslagern ermordet. Nur 4 000 Menschen überlebten den Krieg.

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