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Presseaussendung vom 12.01.2009

Die Linzer Luftgüte im nationalen und internationalen Vergleich

Der regelmäßige Luftgütevergleich mit in- und ausländischen Städten stellt der Stadt Linz auch für 2007 ein sehr gutes Zeugnis aus. Linz rangiert nach Wien an zweiter Stelle und gehört damit weiterhin zu den am geringsten belasteten Landeshauptstädten in Österreich.

Österreichischer Vergleich 2007 bei den drei Hauptschadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO2), Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2) im Detail:

Rang   Belastungsgebiet SO2  PM10   NO2  Gesamt
     µg/m³  µg/m³  µg/m³  µg/m³
1 Wien  3,4  24,9  32,1  60,4
2 Linz  4,7  26,3  30,4  61,4
3 St. Pölten  3,0  25,5  33,5  62,0
4 Klagenfurt  5,0  27,5  35,5  68,0
5 Salzburg  3,9  24,0  41,0  68,9
6 Graz  4,0  31,7  35,0  70,7
7 Innsbruck  4,0  27,0  43,0  74,0

Linz im internationalen Vergleich

Der internationale Vergleich zeigt, dass Linz auch gesamteuropäisch im Spitzenfeld liegt:

Luftgütevergleich europäischer Städte 2007

Langzeitbilanz – Österreichweite Entwicklung seit 1993

Auch im langjährigen Vergleich zählt Linz zu den führenden Städten in Österreich:

Entwicklung Luftgütevergleich österreichischer Städte

Überschreitungen des Feinstaubgrenzwertes im Jahr 2008

Überschreitungen des Feinstaubgrenzwertes im Jahr 2008

Entwicklung der letzten 7 Jahre in Linz

Entwicklung der letzten 7 Jahre in Linz

Die Anzahl der Tage mit Feinstaub-Überschreitungen an der höchstbelasteten Messstelle (Römerberg) war 2008 gegenüber 2007 zwar leicht erhöht, mittelfristig hingegen ist eine deutlich rückläufige Tendenz festzustellen.

Entsprechend dem österreichischen Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) wurde im Jahr 2005 der Grenzwert für die Anzahl der erlaubten Überschreitungstage von 35 auf 30 Tage pro Jahr herabgesetzt. Ab 2010 tritt in Österreich eine zusätzliche Verschärfung dieses Grenzwertes in Kraft,  es werden dann nur mehr 25 Überschreitungstage pro Jahr erlaubt sein. Diese Verschärfung bedeutet für Linz, dass selbst bei einem weiteren Rückgang der Überschreitungstage gegenüber der derzeitigen Situation die gesetzlichen Vorgaben voraussichtlich auch künftig nicht eingehalten werden können. Im Gegensatz zum IG-L ist in den geltenden EU-Vorschriften eine Senkung des EU-Grenzwertes von erlaubten 35 Überschreitungstagen pro Jahr nicht vorgesehen.

Hohe Hintergrundbelastung bei Feinstaub

Einen wesentlichen Anteil an der Feinstaubbelastung nehmen die Bereiche Verkehr und Industrie ein. Neueste Untersuchungen weisen für Linz allerdings auch auf eine hohe, nicht beeinflussbare Hintergrundbelastung durch Fernverfrachtung hin: 

  • Selbst an verkehrsnahen Messstationen stammen nur 45 Prozent des Staubes an Überschreitungstagen aus lokalen Quellen. Für 2005 wurde für den Linzer PM10-Wert sogar ein überregional eingebrachter Feinstaubanteil von 72 Prozent geschätzt.
  • 40 - 50 Prozent des PM10 werden nicht direkt als Staub emittiert, sondern entwickeln sich aus gasförmigen Vorläuferstoffen wie SO2, NO2, Ammoniak (Sekundärstaub), die kein lokales, sondern ein überregionales Problem darstellen. Die Konzentration des Sekundärstaubes ist im übrigen Oberösterreich nur wenig niedriger als im Ballungsraum.

Auf die Überschreitungshäufigkeiten von Feinstaub haben auch die meteorologischen Bedingungen entscheidenden Einfluss.

Die ExpertInnen der Stadt Linz und des Landes gehen davon aus, dass gerade an hoch belasteten Tagen in den Ballungsräumen eine großräumige Grundbelastung vorhanden ist, zu der noch ein Anteil an lokaler Belastung hinzukommt. Ein besonderer Schwerpunkt muss in der Umweltpolitik daher künftig auf regionalen und überregionalen Maßnahmen liegen. Das entbindet die Gemeinden allerdings auch weiterhin nicht ihrer Verpflichtungen. Linz hat schon in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein vielfältiger Maßnahmenmix gegen die Feinstaubbelastung Wirkung zeigt.

23 wirksame Maßnahmen für Linz

  • Kraft-Wärme-Kopplung
    Die Kraftwerke der LINZ AG erreichen durch die Kraft-Wärme-Kopplung einen hervorragenden Wirkungsgrad von 85 Prozent. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird gezielt abgeleitet und für die Fernwärme eingesetzt. Gegenüber früheren Technologien werden dadurch jährlich 40 000 Tonnen CO2 eingespart.
  • Biomasseheizkraftwerk
    Durch das 2006 in Betrieb genommene Biomasseheizkraftwerk der LINZ AG werden weitere 50 000 Tonnen CO2 vermieden.
  • Kraftwerks-Neuerrichtung
    Durch den Abbau der alten Kohle- und Ölkessel im Fernheizkraftwerk Linz-Mitte konnten die Staubemissionen um 90 Prozent, die SO2-Emissionen um 98 Prozent und der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden.
  • Errichtung eines Reststoffheizkraftwerks (RHKW) mit modernster Umwelttechnologie
    Die thermische Verwertung von Restabfällen liefert mit einem hohen Wirkungsgrad sowohl Strom als auch Fernwärme. Das Kraftwerk wird nach derzeitigem Planungsstand eine elektrische Leistung von 18 Megawatt und eine thermische Leistung von 35 - 40 Megawatt haben. Damit können mit dem RHKW zukünftig 30 000 Haushalte mit elektrischem Strom und 20 000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden.
  • Weiterer Ausbau der Fernwärme:
    Deutlich mehr als 90 Prozent der Linzer Haushalte sind mittlerweile an leitungsgebundene Energieträger (Fernwärme, Gas, Strom) angeschlossen. Der Anteil der Fernwärme, welcher zurzeit bei etwa 40 Prozent aller Haushalte liegt, soll weiter gesteigert werden. Dadurch wird eine weitere Emissionsreduktion aus dem Bereich des Hausbrandes erreicht werden.
  • Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs durch “Job-Ticket” und “10-Euro-Monatssticket” für AktivpassinhaberInnen 
  • Westring - vermindert emissionsstarken Stop-and-Go-Verkehr in der Innenstadt, wodurch insbesondere der Bereich am Fuße des Römerbergs merkbar entlastet wird.
    Auch die aus der Verlagerung des Verkehrs resultierende Verringerung von Lärm- und Abgas-Emissionen macht den Westring zum größten Umweltprojekt seit den 1980er-Jahren. Die derzeit entlang der innerstädtischen Hauptverkehrsachsen direkt durch den Kfz-Verkehr emittierten Schadstoffe würden durch den Westring wegfallen und die dort ansässige Wohnbevölkerung entlasten. Entlang der Westtangente würde die Bevölkerung vor allem von einer deutlichen Feinstaubreduktion profitieren (entlang der Hopfengasse und beim Römerbergtunnel beträgt der prognostizierte Rückgang ca. 70 Prozent). Auch für die Donaulände beziehungsweise für die Nibelungenbrücke werden ähnliche Feinstaub-Reduktionen errechnet.
  • Umrüstung der Busflotte der LINZ LINIEN auf erdgasgetriebene Fahrzeuge. Seit 2007 werden die insgesamt 86 Busse schrittweise durch um-weltfreundlichere und komfortablere Fahrzeuge ersetzt.
  • Förderung der Nachrüstung von Diesel-Pkw mit Partikelfiltern (rund 1 000 PKW wurden umgerüstet)
  • Förderung von Taxis mit umweltfreundlichen Antrieben - rund 130 Fahrzeuge und damit ein Drittel aller Linzer Taxis werden 2009 mit Erdgas- oder Hybridantrieb unterwegs sein.
  • Förderung von privaten Solaranlagen, Wärmepumpen, Photovoltaik - 94 Solaranlagen wurden zum Beispiel im Jahr 2008 mit städtischer Förderung eingebaut.
  • Verkehrsverbund
  • Regioliner (in Planung)
  • Ausbau der Straßenbahnlinien (z.B. künftig Linie 3 bis Leonding, Ver-längerung solarCity bis Pichlinger See) 
  • Bevorzugung der öffentlichen Verkehrsmittel im Straßenverkehr durch vermehrte Busspuren und das „Linzer Beschleunigungssystem“ LIBE
  • Kundenorientierte Anpassung der Fahrpläne und Linienführungen
    (kürzere Intervalle und mehr Linienführungen, Straßenbahn und eigene Nachtbusse fahren 2009 an den Wochenenden rund um die Uhr)
  • Intelligente Ampelkoordination soll den Verkehr flüssig halten
    Beispiel: Signalsteuerungsanlage an der Unteren Donaulän-de/Gruberstraße; Entsprechend dem jeweiligen Verkehrsaufkommen werden die Grünzeiten verlängert. Die Ampeln Rechte Brückenstraße, Holzstraße und Honauerstraße der Parkbadkreuzung werden „mitgeschaltet“.
  • Optimierung des Straßendienstes – häufige Straßenreinigung, Streu-splittwaschung, Aufbringen von Salzsole an Stelle von Streusalz 
  • Aktive Mobilitätsberatung durch die Stadt für die MitarbeiterInnen in Linzer Betrieben und in Schulen
  • Ausbau des Radwegenetzes – Dieses hat mittlerweile eine Gesamtlänge von rund 130 Kilometern.
  • Stadtinternes Energiemanagement
    Die Stadt Linz hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Gebäude und Anlagen langfristig energie- und kostensparend zu gestalten. Mit dem eigens dafür entwickelten Intracting-Projekt L.E.R.M. (Linzer Energie- und RessourcenManagement) werden städtische Gebäude auf Energiesparmöglichkeiten untersucht und diese auch umgesetzt. Im Zeitraum von 2001 bis 2008 haben sich die Investitionen der Stadt zur Wärmedämmung und umweltfreundlichen Heizanlagen amortisiert und zu bislang einer Million Euro Energiekosteneinsparungen geführt.
  • voestalpine-Projekt „Linz 2010“:
    Im Zuge dieses Projektes wurde der Feinstaubausstoß von über 2 000 t/a auf 750 t/a um ca. zwei Drittel gesenkt. 
  • Parkraumbewirtschaftung – dadurch weniger Parkplatzsuchverkehr.

Weitere Gesprächspartner:
Dipl.-Ing. Martin Sonnleitner, Leiter Umwelt- und Technik-Center der Stadt Linz
Dipl.-Ing. Wilfried Hager, Umwelt- und Technik-Center der Stadt Linz

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal zum Thema „Linzer Luftgüte im nationalen und internationalen Vergleich sowie Informationen zum Feinstaub (PM10) – Maßnahmen und Möglichkeiten in Linz“)

Für Medienanfragen:
Robert Hubmann  Tel.: +43 732 7070 1367

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