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SOZIALES
Presseaussendung vom 24.09.2008

VSG Fachtagung

Seit 2007 verzichtet der Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit VSG auf die Erstellung eines Jahresberichtes und organisiert stattdessen für AuftraggeberInnen, KooperationspartnerInnen und Interessierte eine Fachveranstaltung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, die den VSG in seiner täglichen Arbeit begleiten. Die diesjährige Fachveranstaltung beschäftigt sich mit dem Thema Migration, Integration und Identifikation in der multikulturellen Zukunft.

Die Kooperationsveranstaltung mit der VHS findet am 1. Oktober 2008 ab 15.00 Uhr im Wissensturm statt. Univ.-Prof. Dr. Hartmut Esser spricht in einem Fachvortrag über die Chancen und Möglichkeiten von Multikulturalität für die Gesellschaft. Kabarettistisch geht Parvaneh Hamidi das Thema an. Mit ihrem Programm „Integration und andere Schwierigkeiten“ zeigt die im Iran geborene und seit 1986 in Deutschland lebende Schauspielerin satirisch die Abgründe und Hintergründe von kulturellen und ethnischen Unterschieden auf. Abgerundet wird die Veranstaltung mit einem multikulturellen Buffet, zubereitet von der VSG-Integrationsküche.

Hilfe für sozial Benachteiligte

Der 1997 gegründete Sozialverein VSG – Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit – Innovative Sozialprojekte Linz, hat  das Ziel, sozial benachteiligte Menschen durch individuelle, auf die Bedürfnisse abgestimmte Betreuung vor sozialer Ausgrenzung zu bewahren. Dazu setzt der Verein auf zahlreiche präventive Maßnahmen.
Besonders junge MigrantInnen haben es nicht leicht, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Mit individueller Berufs- und Sozialberatung und persönlich abgestimmten Bewerbungstraining unter der Berücksichtigung des jeweiligen kulturellen Backgrounds versuchen die MitarbeiterInnen des VSG die jungen Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren um ihnen neue Zukunftsperspek-tiven und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Durch den Besuch von Seminaren, Workshops und Weiterbildungen zum Thema Migration versuchen die MitarbeiterInnen des VSG den speziellen Bedürfnis-sen der Zielgruppe gerecht zu werden.

Der Kick ins Berufsleben

1997 startete der VSG mit dem Jugendprojekt kick, das seit dem mehr als 500 junge Menschen zwischen 16 und 22 Jahre bei der Berufsorientierung unterstützt hat. In den ersten sechs  Wochen des Kurses lernen die Jugendlichen ihre Interessen kennen und können dieses neue Wissen dann in der Bewerbungsphase bei der Jobsuche einsetzen. Besonders hilfreich bei der Jobsuche sind für Jugendliche Praktika und Schnuppertage. Speziell für Jugendliche mit schulischen Defiziten, geringem Selbstvertrauen oder schlechten Deutschkenntnissen bieten diese die ideale Möglichkeit ihr praktisches Können unter Beweis zu stellen.

Auf die besonderen Erfordernisse der TeilnehmerInnen mit Migrationshintergrund wird bereits in der Berufsorientierungsphase eingegangen. So erhalten die Jugendlichen intensiven Deutschunterricht in Kleingruppen. Das persönliche Bewerbungstraining wird auf die jeweiligen kulturellen Hintergründe abgestimmt. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden kulturelle Unterschiede diskutiert und reflektiert und so versucht Vorurteile abzubauen.

Der Besuch von diversen Workshops und Veranstaltungen (z.B. Theaterbesuch “Lebenstraum Österreich”, Ausstellungsbesuch im Museum Arbeitswelt “working_world.net  - Arbeiten in der globalisierten Welt”) trägt ebenfalls wesentlich dazu bei.

Seit 2004 ist das Verhältnis zwischen österreichischen und nicht österreichischen StaatsbürgerInnen konstant. So sind ca. 60 Prozent der TeilnehmerInnen

  • nicht österreichische StaatsbürgerInnen
  • ÖsterreicherInnen, die erst seit kurzem in Österreich leben und deren Muttersprache nicht deutsch ist.
  • ÖsterreicherInnen, die zwar schon mehrere Jahre in Österreich leben, jedoch die deutsche Sprache nicht beherrschen.

Übersicht kick – TeilnehmerInnen

Staatsbürgerschaft TeilnehmerInnen
2007
TeilnehmerInnen
1. HJ 2008
österreichische StaatsbürgerInnen mit deutscher Muttersprache 34 (42 Pozent) 21 (38 Prozent)
österreichische StaatsbürgerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache 29 (35 Prozent) 24 (44 Prozent)
ausländische StaatsbürgerInnen 19 (23 Prozent)  10 (18 Prozent)
Insgesamt 82 55

Praxis sammeln in der Werkstatt

Factory, die erste Produktionsschule in Österreich bietet jedes Jahr rund 100 Jugendlichen, neben Berufsorientierung und Bewerbungstraining in sechs verschiedenen Werkstätten die Möglichkeit für praxisnahes Arbeiten. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von einer Tischler und Textilwerk-statt über die Metall- und Schmuckwerkstatt und das Kreativstudio bis hin zur Grafik- und EDV-Werkstatt.

In den Werkstätten haben die Jugendlichen die Gelegenheit ihre kreativen Ideen umzusetzen und lernen nebenbei noch wirtschaftliches Denken. Denn vom Ideenentwurf über die Produktion bis hin zur Vermarktung der Produkte sind die TeilnehmerInnen voll eingebunden. Durch die Methode des Produktionsunterrichts wird ein positiver Zugang zu den Bereichen Arbeit und Ausbildung erreicht. Neben dem “Unterricht” initiiert oder beteiligt sich die Produktionsschule immer wieder an kulturellen Projekten. Bedenkt man, dass viele der TeilnehmerInnen, die aus anderen Ländern stammen erst bei factory Kontakt mit gleichaltrigen, aus Österreich stammenden Jugendlichen knüpfen, so bieten diese Projekte ideale Möglichkeiten um verschiedene Kulturen kennen zu lernen um so etwaige Vorurteile abzubauen. Hier können unterschiedliche Sichtweisen und das Wahrnehmen verschiedener Perspektiven beobachtet und diskutiert werden.

Im Herbst 2008 startet FACTORY das Projekt “Parallelwelten - Anders? Oder doch nicht?”. TeilnehmerInnen mit Migrationshintergrund fotografieren für ihre Lebenssituation typische Szenen aus den Ursprungs-Heimatländern (Familienfeiern, typische Einrichtungsgegenstände, Symbole, etc.). Durch die Bilder, die vielleicht manch Fremdes aber auch viel Vertrautes zeigen, sollen Scheu und Hemmnisse abgebaut werden, um für ein besseres Miteinander einzutreten. 

2007 wurden bei factory 40 Jugendliche mit nicht deutscher Muttersprache betreut (das entspricht 31 Prozent der TeilnehmerInnen), im ersten Halbjahr 2008 waren es 15 Personen.

Übersicht factory – TeilnehmerInnen



Staatsbürgerschaft TeilnehmerInnen
2007
TeilnehmerInnen
1. HJ 2008
österreichische StaatsbürgerInnen mit deutscher Muttersprache 89 (69 Pozent) 40 (73 Prozent)
österreichische StaatsbürgerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache 19 (15 Prozent) 15 (27 Prozent)
ausländische StaatsbürgerInnen 21 (16 Prozent)
Insgesamt 129 55

Selbstständig und selbstverantwortlich

Move - die Kinder- und Jugendhilfe bietet neue Orientierungsmöglichkeiten im Auftrag des Amtes für Soziales, Jugend und Familie der Stadt Linz. In Einzelbetreuung und Gruppenaktivitäten erhalten die jungen Menschen Hilfe bei der Alltagsbewältigung, beim Erlernen von Konflikt- und Sozialverhalten, im Umgang mit Familienmitgliedern beispielsweise bei einer abwechslungsreichen Freizeitgestaltung.

Ein besonderes Angebot bei move ist der pädagogische Mittagstisch. Hier kochen die Jugendlichen gemeinsam mit den BetreuerInnen und die Mahlzeiten werden dann gemeinsam an einem gedeckten Tisch eingenommen. Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben hier die Möglichkeit ihr Heimatland kulinarisch vorzustellen. Durch das gegenseitige Kennenlernen der Kulturen werden Vorurteile abgebaut.

Die move-BetreuerInnen versuchen immer auf die besonderen Bedürfnisse der KlientInnen einzugehen und arbeiten eng mit anderen sozialen Einrichtungen zusammen um den TeilnehmerInnen die beste Betreuung zu ermöglichen. Auch bei der Elternarbeit wird versucht, den Eltern Kontakte zu speziellen Einrichtungen zu vermitteln, damit sie dort Beratung in ihrer Muttersprache in Anspruch nehmen können. 2007 waren bei move 26 Jugendliche in Betreuung, davon 8 mit Migrationshintergrund. 2008 waren es 44, davon 9 mit Migrationshintergrund.

„Die Initiierung des Vereins für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit vor bereits elf Jahren beweist den Weitblick der Stadt Linz. Das immer größer werdende Unterstützungsangebot, vor allem für junge Menschen, ist beachtlich und mittlerweile für ÖsterreicherInnen wie MigrantInnen nicht mehr wegzudenken. Die Abhaltung von jährlichen Fachtagungen ist zusätzlich eine hervorragende Möglichkeit, sich mit den täglichen Problemfeldern noch stärker auseinander zu setzen und kann nur voll und ganz unterstützt werden“, ist die Linzer Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer überzeugt.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer über Migration und Integration im VSG.

Weitere Gesprächspartnerin:
Mag.a Susanna Rothmayr, Geschäftsführerin des VSG

VSG.

Kontakt:
Mag. Claudia Dannerbauer  Tel.: +43 (0)732 77 73 75 19

KONTAKT

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