Ende September ist Baubeginn für Linz09 Halle
Die aus städtischer Sicht herausragenden aktuellen Kulturprojekte der Stadt Linz sind die Erweiterung des Ars Electronica Centers und die Revitalisierung des Salzamts. Das Land Oberösterreich realisiert mit dem Südflügel des Schlossmuseums und der Neugestaltung der Landesbibliothek weitere Kulturbauten, die weit über das Jahr 2009 hinaus zum Image der Kulturstadt Linz beitragen werden. Die Voestalpine schafft mit ihrem BesucherInnen- und Ausstellungszentrum ebenfalls einen interessanten Anziehungspunkt. Zusätzlich werden das Brucknerhaus, der Posthof und die Musikschule modernisiert.
Aktuell arbeiten Stadt Linz und die Linz09-GmbH an zwei Projekten, für die erst die notwendigen Bewilligungen einzuholen sind. So soll bis Weihnachten mit dem Umbau des Akustikons begonnen werden. „Be-sondere Eile besteht für die Errichtung einer Mehrzweckhalle am Hafen, die von der LinzAG für die Theaterproduktionen zur Verfügung gestellt wird. Mitte Oktober findet die Bauverhandlung statt, erst dann ist ein konkreter Zeitplan für die Bauarbeiten fix“, informiert der Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger.
| Aktuelle Projeke |
Kosten (in Millionen Euro) |
|---|---|
| Ars Electronica Center | 30 |
| Salzamt | 3,7 |
| Brucknerhaus | 3,2 |
| Musikschule | 1,3 |
| Posthof | 1,2 |
| Südflügel Schlossmuseum | 24 |
| Musiktheater | 143,5* |
| OÖ. Landesbibliothek | 13 |
| Kunstuniversität | 16 |
| Volkshaus Kleinmünchen | 3,8 |
| Voestalpine Besucherzentrum | 20 |
| LINZ AG Ausstellungshalle | 2,4 |
| Gesamtkosten | 262,1 |
*lt. Beschluss der OÖ. Landesregierung
| Abgeschlossene Projekte |
Kosten (in Millionen Euro) |
|---|---|
| Wissensturm | 32 |
| Sängerbund Frohsinn | 2,2 |
| Projekt OK Platz/OK/Moviemento | 5,4 |
| Nordico | 1,2 |
| Gesamtkosten | 40,8 |
Mittlerweile ist mehr als ein Jahr vergangen, als am 14. September 2007 der 63 Meter hohe Wissensturm in Betrieb gegangen ist. Die Gesamtkosten für die Errichtung und die Ausstattung des Wissensturms liegen bei 32 Millionen Euro.
Die Wiedereröffnung des Stadtmuseums Nordico fand am 18. Mai 2008 mit einem Tag der offenen Tür statt. Sanierung und Umbau erforderten rund 850.000 Euro. Weitere 300.000 Euro kostete die Neugestaltung des rund 700 Quadratmeter großen Vorplatzes.
Der unter anderem vom Programmkino Moviemento genutzte Neubau am „OK Platz“ wurde im August 2007 vollendet. Er erforderte inklusive Platzgestaltung 5,4 Millionen Euro. Das Gebäude wurde vom Linzer Architekturbüro Riepl / Riepl geplant. Der „OK Platz“ ist seit Mai 2008 fertig.
Das denkmalgeschützte Haus der Singakademie (ehemaliger Sängerbund Frohsinn) am Pfarrplatz 10 erhielt einen viergeschoßigen Zubau. Der rund 225 Quadratmeter große Vorplatz wurde um 140.000 Euro neu gestaltet.
Derzeit wird unter Hochdruck an der Glasfassade gearbeitet, die bis Mitte November inklusive der Hinterleuchtung fertig montiert werden wird. Die 5.100 Quadratmeter große gläserne Hülle des Ars Electronica Centers erhält eine Fassadenbeleuchtung mit Leuchtdiodenscheiben. Die dem jüngsten Stand der Technik entsprechende Effektbeleuchtung wird wesentlich weniger Strom als die ursprünglich vorgesehene Hinterleuchtung der Glasfassade durch Leuchtstoffbalken verbrauchen und eine höhere Lebensdauer haben. Auf der AEC-Baustelle sind rund 60 Mann im Einsatz.
Im neuen Museum der Zukunft werden statt 2.500 Quadratmetern rund 6.500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Zirka 30 Millionen Euro fließen in das Projekt. Die Eröffnung ist für den 2. Jänner 2009 terminisiert.
Der Umbau des ehemaligen Kleinmünchnerhofes in das Volkshaus Kleinmünchen läuft seit April 2007. Das 3,85 Millionen Euro kostende neue Volkshaus steht ab Anfang Oktober 2008 zur Verfügung und wird am 10. Oktober 2008 eröffnet.
Eröffnung am 10. Oktober als neues Linzer Volkshaus
Umfangreiche Bau- und Gestaltungsmaßnahmen werden das Zentrum von Kleinmünchen ab Oktober dieses Jahres attraktiver machen. Zwischen der Karl-Steiger-Straße und der Straßenbahnquerung wird seit Mai 2008 der gesamte Straßenraum der Dauphinestraße auf 250 Meter Länge neu gestaltet. Dabei wird vor allem den FußgängerInnen mehr Platz gegeben, da die Fahrbahnränder der Dauphinestraße den unbedingt notwendigen Fahrbahnquerschnitten angepasst werden.
Leuchtstelen und Leuchtpoller entlang des Fahrbahnrandes sorgen künftig für gute Lichtverhältnisse. Im gesamten Straßenraum sind Baumpflanzungen vorgesehen. Die Verkehrssicherheit kommt bei der Neugestaltung ebenfalls nicht zu kurz. So wird die bestehende Straßenbeleuchtung mit Seilhängeleuchten erneuert und damit für eine bessere Ausleuchtung sorgen. Ebenso sind zur Erhöhung der Verkehrssicherheit der Umbau der Ampel Dauphinestraße/Karl-Steiger-Straße, die Erneuerung der Fußgängerwechselblinkanlage Dauphinestraße/Eurospar sowie die Adaptierung der Fußgängerdruckknopfanlage Dauphinestraße/Denkstraße geplant.
Das denkmalgeschützte ehemalige kaiserliche Salzamt an der Oberen Donaulände 15 wird seit Anfang Mai 2008 in ein Atelierhaus mit Wohnmöglichkeiten für bildende KünstlerInnen umgebaut. Die Arbeiten dauern bis Mitte 2009.
Die Stadt Linz hat das Barockgebäude, das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammt, im Jahr 2006 um 640.000 Euro von einem Privatbesitzer erworben und wird rund drei Millionen Euro in die umfassende Revitalisierung investieren. Das Revitalisierungsprojekt wurde vom Linzer Architekten DI Reinhard Morawetz geplant. Im einstigen Salzamt werden unter anderem ein großer Ausstellungsraum, neun Ateliers, fünf Wohnungen für KünstlerInnen und ein Lokal mit 30 Sitzplätzen untergebracht.
Bauarbeiten am Salzamt
Für die Unterbringung der notwendigen Nebenräume wird das Gebäude teilweise unterkellert. Derzeit finden die dafür notwendigen Unterfangungs- und Grabungsarbeiten statt. Der Rohbau des Kellers soll bis Mitte November 2008 fertig gestellt sein. In den Obergeschoßen wird ebenfalls am Rohbau mit anschließender Rohinstallation gearbeitet. Ab Dezember 2008 beginnen die weiteren Ausbauarbeiten der anderen Professionisten.
Im Sommer 2007 wurden rund 2,4 Millionen Euro in die technische Ausstattung des Brucknerhauses und die Erneuerung des Parkettbodens des Großen Saals investiert. Im heurigen Sommer wurde ein Sanierungsprogramm mit Kosten von 840.000 Euro umgesetzt. Es umfasst die Klimatisierung der Garderoben sowie die Erneuerung der Lifte und der Konzertbeleuchtung des Großen Saals. Erneuert wurden auch die Teppichbeläge der östlichen und westlichen Stiegenaufgänge.
Modernisierung Brucknerhaus
Um insgesamt 1,3 Millionen Euro wird die Linzer Musikschule im heurigen und im nächsten Jahr jeweils in den Ferien von Juli bis September saniert. Für heuer sind 700.000 Euro Sanierungskosten budgetiert. Der Festsaal wird komplett renoviert und erhält eine neue Foyerzone. Im Jahr 2009 werden um 600.000 Euro die Feuchtigkeitsschäden behoben und die Klassenzimmer ausgemalt. Die Fassade des Prunerstifts erhält eine neue Farbgebung.
Im Vorjahr hat die Stadt Linz insgesamt 640.000 Euro in den ersten Teil der Sanierungsmaßnahmen investiert. Die Stadt finanzierte eine neue Lüftungsanlage mit einer Kühlung für den Mittleren Saal, eine neue Sicherheitsbeleuchtung, die Erneuerung der Lüftungsanlage des Theaterraums und die behindertengerechte Modernisierung des Künstlerzimmers.
Heuer im Sommer wurden Sanierungen mit Kosten von 540.000 Euro durchgeführt. Die Lüftungsanlage des Großen Saals wurde mit Aggregaten für die Raumluftkühlung ausgestattet. Das Beleuchtungssystem des Großen Saals erhielt eine neue Trägerkonstruktion. Die Glasfassade des Posthofs 2 ist mit einer neuen Beschattungsanlage ausgerüstet worden.
Baubeginn des 24 Millionen Euro teuren Zubaus war am 13. Juli 2007. Die Gleichenfeier fand am 6. Juni 2008 statt. Bis Oktober wird die rund 1.700 Quadratmeter große Glasfassade fertig. Das dreitägige Eröffnungsfest des Südflügels ist mit 3. bis 5. Juli 2009 terminisiert.
6.000 m² neue Ausstellungsfläche: Südflügel für Schlossmuseum
Die Sanierung und Erweiterung der OÖ. Landesbibliothek erfolgt in zwei Abschnitten bis 2009. Die Bauarbeiten für die erste Etappe haben im April 2007 begonnen. Momentan wird am Rohbau des Neubaus gearbeitet. Die Kosten für die erste Bauetappe werden etwa 13 Millionen Euro betragen. Die Gleichenfeier ist für den 21. Oktober 2008 geplant.
Das Linz09-Projekt Akustikon will im nächsten Jahr und auch danach das „Hören in Zeiten der akustischen Umweltverschmutzung“ möglich machen. Anstatt im Haus Hauptplatz 14 wird das Projekt in die ehemalige Kinder- und Jugendbibliothek an der Pfarrgasse 7 Platz finden. Der Durchgang vom Innenhof des Alten Rathauses zur Pfarrgasse wird zugebaut. Insgesamt soll eine Fläche von 230 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Die Umbauarbeiten sollen voraussichtlich Ende 2008 beginnen, eine Eröffnung ist für Juli 2009 geplant.
Am Hafenbecken 3 der Linzer Industriezeile plant die LinzAG die Errichtung einer Mehrzweckhalle, die als eigene Spielstätte für Theaterproduktionen im Kulturhauptstadtjahr zur Verfügung gestellt wird. Die Kosten hiefür werden mit von rund 2,4 Millionen Euro beziffert. Die Bauverhandlung findet Mitte Oktober statt.
Halle am Hafen für die Theater-Produktionen im Rahmen der Kulturhauptstadt 2009
Die Konstruktion der Halle, die noch heuer fertig gestellt sein soll, besteht aus einer Tragkonstruktion aus Holzleimbindern. Eine Holzriegelkonstruktion in Großtafelbauweise bildet die Außenwand. Lediglich im Eingangsbereich werden Glaselemente sowie die überdachte Eingangssituation den kubischen Baukörper auflockern. Die Halle soll insgesamt über etwa 2.000 Quadratmeter Nutzfläche verfügen. Die Planungen für die Halle stammen vom Büro Riepl/Riepl. Die Halle soll über einen großen Saal für 400 und ein Studio für 250 Personen verfügen.
Die Verkehrsanbindung ist durch die Nähe zur Bus-Umkehrschleife der Buslinie 27a gesichert. Es sind auch zahlreiche Parkplätze in der unmittelbaren Umgebung vorhanden.
Bis Mitte 2009 errichtet die voestalpine westlich ihres „blauen Turms“ ein Be-sucherInnen- und Ausstellungszentrum, in dem die Welt des Konzerns und der Werkstoff Stahl mit seinen vielfältigen Möglichkeiten von der Erzgewinnung über die Roheisenerzeugung bis zur Veredelung etwa für die Autoindustrie vorgestellt werden.
Baubeginn des rund 20 Millionen Euro kostenden Projekts war im Sommer 2007. Bis Ende September 2008 wird die großflächige Verglasung des Ausstellungszentrums fertig sein. Anschließend erhalten Teile des Gebäudes vorgelagerte Lamellen- und Edelstahlgewebefassaden als Außenhaut.
Linz verfügt derzeit im Stadtgebiet über rund 60 Busparkplätze, die sich auf die Standorte Pöstlingberg, Stadionparkplatz, Design Center, Untere Donaulände, Lentos und Schiffsanlegestelle sowie das Jahrmarktgelände verteilen.
Für die zu erwartenden zusätzlichen Reisebusse während des Kulturhauptstadtjahres laufen derzeit noch die Planungen, am Areal des Frachtenbahnhofes zusätzliche Parkplätze für Pkws und für Reisebusse zu schaffen. Unter der Voraussetzung, dass die behördlichen Auflagen erfüllt werden können, ergäben sich neben rund 30 zusätzlichen Bus-Stellflächen etwa 330 Pkw-Stellplätze während des Kulturhauptstadtjahres.
Am 30. September 2008 wird Architekt Pawson dem Linzer Beirat für Stadtgestaltung neue Entwürfe der Fassade präsentieren. Eine positive Beurteilung ist Voraussetzung für den Erhalt einer Baubewilligung.
Von März bis September 2008 dauerten die Arbeiten an den neuen Straßen und Kreuzungen rund um den Bauplatz des Musiktheaters. Die Kosten betragen 4,7 Millionen Euro. Die Stadt Linz wird sich mit 1,2 Millionen Euro beteiligen. Die verlegte Straße ist schon seit 18. August befahrbar, die Anbindung an die Wiener Straße seit Schulbeginn.
Verkehrsanbindung Musiktheater
Die verbleibende Blumauerstraße (zwischen der bestehenden Häuserzeile und dem zukünftigem Musiktheater) wird zur verkehrsberuhigten Straße mit Bäumen und Schanigärten. Hier soll sich auch der Künstlereingang zum Musiktheater befinden.
An der Südseite des Musiktheaters wurde eine neue Straße errichtet, die eine neue Verbindung zwischen dem Verlauf der Kärntnerstraße und der Kreuzung mit der Humboldtstraße geschaffen hat. Der neue Straßenverlauf hat den Kreisverkehr ersetzt, eine neue Ampelanlage regelt nun den Verkehrsfluss, der künftig auch die Zu- bzw. Ausfahrt der Tiefgarage des künftigen Musiktheaters regeln soll.
Die Kunstuniversität erhielt im Mai 2006 ein neues Institutsgebäude im adaptierten ehemaligen Hauptpostamt an der Domgasse.
Das Finanzgebäude Ost kann nach der Ende April 2008 erfolgten Übersiedlung des Finanzamtes in den Terminal Tower für die Kunstuniversität umgebaut werden. Für die Umbauarbeiten ist ein EU-weiter zweistufiger Architekturwettbewerb im Gange, der im Sommer 2008 von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Auftrag der Kunstuniversität ausgeschrieben wurde.
Beim Abgabetermin für die erste Stufe am 18. August haben sich 31 Büros beworben. Für die zweite Stufe des Wettbewerbs sind 8 Projekte ausgewählt worden. Der Abgabetermin für die 8 Finalisten wird Mitte Jänner 2009 sein. Die Wettbewerbsergebnisse werden voraussichtlich Mitte Februar 2009 vorliegen.
Als Gemeinschaftsprojekt zwischen Linz09 und dem Tourismusverband wird es im ehemaligen Servicecenter des Finanzamtes ein zentrales Info-Center mit Shop der Touristinfo im Jahr 2009 geben, das auch als Info-Center für Linz 09 fungiert. Im ersten Stock des Finanzgebäudes Ost ist ein Pressezentrum mit Lounge für Linz09 geplant.
Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Planungsreferent Stadtrat Klaus Luger zum Thema "100 Tage vor Linz 2009: Kulturbauten für die Kulturhauptstadt mit 300 Millionen Euro im Zeitplan".
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