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WIRTSCHAFT
Presseaussendung vom 19.09.2008

Neuer Arbeitsplatzrekord

Die Wirtschaftsstadt Linz ist auf Rekordkurs. Mit 207.000 Arbeitsplätzen erreichte die Beschäftigungslage in Linz Ende Juli 2008 einen neuen Höchststand. Exakt weist die Statistik der OÖGKK Ende Juli 2008 181.841 unselbstständig Beschäftigte aus. Inklusive 14.967 BeamtInnen und 10.087 Selbstständigen (Angaben laut der jüngst erschienenen Broschüre „Linz in Zahlen 2007/08“) ergibt dies für Linz eine Gesamtarbeitsplatzzahl von 206.895 Arbeitsplätzen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein neuerliches Beschäftigungsplus von 3.756 Arbeitsplätzen.

Dabei wurde ein noch stärkeres Beschäftigungswachstum durch einen Mangel an MitarbeiterInnen gebremst. Denn viele Linzer Betriebe suchen dringend mehr MitarbeiterInnen. Ende August 2008 erreichte die Anzahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen in Linz-Stadt mit 2.717 offenen Stellen ebenfalls einen neuen absoluten Höchststand.

Als einzige größere Stadt Österreichs hat Linz sogar mehr Arbeitsplätze als EinwohnerInnen. Nunmehr kommen auf knapp 190.000 EinwohnerInnen bereits 207.000 Arbeitplätze. Die Dynamik der Linzer Wirtschaft hat diese Entwicklung in den letzten Jahren weiter verstärkt. Denn seit der Volkszählung 2001 (mit einem Rückgang von 19.500 Einwohnern gegenüber 1991) verzeichnet die Stadt Linz ein Bevölkerungsplus von 6.024 EinwohnerInnen, dem steht aber ein Beschäftigungswachstum von 15.800 Jobs gegenüber.

„Mit diesem Jobwachstum, der höchsten Arbeitsplatzdichte pro EinwohnerIn  und den besten Arbeitsmarktdaten aller Landeshauptstädte, kann Linz als der erfolgreichste Wirtschaftsstandort Österreichs bezeichnet werden“, so die Linzer Wirtschaftsstadträtin Susanne Wegscheider, die diese Leistungen in erster Linie dem Unternehmergeist und der Innovationskraft der Linzer Un-ternehmen mit ihren engagierten MitarbeiterInnen zuschreibt.

Beschäftigungswachstum im Detail

Die Entwicklung der unselbstständig Beschäftigten (Angaben der GKK; Juli-Werte) zeigt für Linz im langjährigen Vergleich, dass von 1990 bis 1997 die Beschäftigungsentwicklung stagnierte. In den vergangenen zehn Jahren setzte aber ein hohes Jobwachstum ein, das sich in den letzten fünf Jahren noch verstärkte. Von 1998 bis 2008 wurden in Linz rund 25.500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, davon rund 15.000 alleine in den letzten fünf Jahren seit 2003.

unselbstständig Beschäftigte
(ohne BeamtInnen und Selbstständige)
Gesamt Männer Frauen
Juli 2008 181.841 95.895 85.946
Beschäftigungsplus 2007 bis 2008 3.756 1.619 2.137
Beschäftigungsplus 2007 bis 2008 in Prozent 2,1 1,7 2,5
Beschäftigungsplus 2003 bis 2008 15.353 7.556 7.797
Beschäftigungsplus 2003 bis 2008 in Prozent 9,2 8,6 10
Beschäftigungsplus 1998 bis 2008 25.495 12.053 13.442
Beschäftigungsplus 1998 bis 2008 in Prozent 16,3 14,4 18,5

Das Wachstum der Frauenbeschäftigung lag in den vergangenen Jahren immer deutlich über dem Beschäftigungsplus bei den Männern. „Die erfolgreiche Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Linz wäre ohne die deutliche Anhebung der Frauenbeschäftigung nicht denkbar“, ist Stadträtin Wegscheider überzeugt. Besonders deutlich wird dies durch die Entwicklung seit der Verstaatlichtenkrise 1986. Von den seit damals zusätzlich geschaffenen 32.000 Arbeitsplätzen entfallen drei Viertel auf Frauen.

Mehr Frauen und Mädchen für technische und männerdominierte Berufe zu begeistern und auszubilden, gehört besonders auch für Linz zu den gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Einerseits um Frauen bessere Karriere- und Verdienstchancen zu ermöglichen, andererseits um den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in technischen Berufen und im Bereich der Forschung entgegenzuwirken.

Mit einer Reihe von Initiativen wie den Technikboxen in den Volksschulen, PowerGirls oder GirlsDay wird bereits in einen sehr frühen Alter versucht, das technische Interesse vor allem bei Mädchen zu fördern.

Beschäftigte nach Wirtschaftsgruppen

Wirtschaftsgruppe Beschäftigte
D Sachgütererzeugung  29.230
E Energie- und Wasserversorgung 2.723
F Bauwesen 13.186
G Handel, Instandhaltung, Reparatur von KFZ und Gebrauchsgütern 26.824
H Beherberungs- und Gaststättenwesen 3.779
I Verkehr und Nachrichtenübermittlung 5.659
J Kredit- und Versicherungswesen 10.802
K Realitätenwesen, Vermietung beweglicher Sachen, Erbringung von unternehemnsbezogenen Dienstleistungen 31.088
L Öffentliche Verwaltung, Landesverteidigung, Sozialversicherung 25.549
M Unterrichtswesen 3.555
N Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen 17.082
O Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen 10.921
Rest 1.443
Unselbstständig Beschäftigte (OÖGKK) 181.841

Im Vergleich zum Vorjahr gab es beim Beschäftigungsplus von 3.756 Ar-beitsplätzen die größten Zuwächse unter anderem in den Bereichen:

  • Realitätenwesen, Vermietung beweglicher Sachen, unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+ 1.112);
  • davon unternehmensbezogene Dienstleistungen (+ 879)
  • Sachgütererzeugung (+ 900)
  • Handel (+ 614); davon Einzelhandel (+ 405)
  • Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen (+ 492)
  • Gesundheits- und Sozialwesen (+ 404)

Beschäftigungsrückgänge gab es in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Unterrichtswesen und Energie- und Wasserversorgung.

Beschäftigungsentwicklung von 1998 bis 2008

In den vergangenen zehn Jahren gab es ein Beschäftigungsplus von 25.500 Arbeitsplätzen.  Mehr als die Hälfte entfiel dabei alleine auf den Bereich „Realitätenwesen, Vermietung beweglicher Sachen, unternehmensbezogenen Dienstleistungen“ mit einem Plus von 14.621 Arbeitsplätzen (+ 89 Prozent). Alleine der Bereich „unternehmensbezogene Dienstleistungen“ verzeichnete ein Plus von 12.610 Arbeitsplätzen.

Der Bereich Sachgütererzeugung hat zwar eine große Bedeutung für andere wirtschaftliche Bereiche als Auftraggeber, verliert aber als direkter Arbeitgeber an Bedeutung. Nur durch das außergewöhnliche Beschäftigungsplus des Vorjahres (+ 900) gibt es im zehnjährigen Vergleich letztlich ein kleines Plus von 149 Arbeitsplätzen.
Im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen gab es eine Steigerung um 9.749 Beschäftigte. Beim Rückgang an Beschäftigten im öffentlichen Dienst und Unterrichtswesen dürften auch statistische Verlagerungen zu berücksichtigen sein.

Im Handel gab es ein Plus von 2.221 Beschäftigten, wovon knapp die Hälfte auf den Einzelhandel entfällt. Eine bemerkenswerte Entwicklung gibt es beim Einzelhandel. Während bis 2004 eine Abnahme der Beschäftigung im Einzelhandel zu verzeichnen war, konnte der Einzelhandel in den letzten vier Jahren ein starkes Beschäftigungsplus von 1.588 Arbeitsplätzen, das ist eine Steigerung von 12,6 Prozent, für sich verbuchen.

Kommunalsteuereinnahmen

Linz nimmt als Wirtschaftsstadt im Städtevergleich eine Spitzenstellung ein. Der Arbeitsplatzrekord von 207.000 Arbeitplätzen und die Tatsache, dass Linz die einzige Stadt mit mehr Arbeitsplätzen als EinwohnerInnen ist, findet bei den städtischen Steuereinnahmen seine Entsprechung. Im Voranschlag 2008 werden Kommunalsteuereinnahmen von 115,8 Millionen Euro erwartet.

Kommunalsteuerniveau Voranschlag 2008

Damit liegt Linz beim Kommunalsteuerniveau pro EinwohnerIn (631 Euro) um 57 Prozent über dem Niveau der anderen vergleichbaren Städte (403 Euro Kommunalsteuer pro Einwohner). Hätte Linz ein Wirtschaftsniveau wie es dem Durchschnitt (pro EinwohnerI) anderer Städte entspricht, müsste Linz heuer mit 42 Millionen Euro Kommunalsteuer weniger auskommen.

In keiner anderen Stadt spielt die Wirtschaft für den Aufschwung der Stadt eine so bedeutende Rolle wie in Linz. Denn die überdurchschnittlich hohen Kommunalsteuereinnahmen machen Linz zur steuerreichsten größeren Stadt Österreichs. „Ohne die herausragende Stellung als Wirtschaftsstadt wären viele Maßnahmen der Stadt Linz im Sozialbereich, im Kulturbereich oder bei den Freizeiteinrichtungen wohl nicht möglich“, möchte Stadträtin Wegscheider die Bedeutung und die Leistungen der Linzer Betriebe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Bewusstsein rufen.

Linz hat 58 Großbetriebe mit mehr als 500 MitarbeiterInnen. Zu den Top Ten der Arbeitgeberbetriebe gehören:

Top-Ten der ArbeitgeberInnen
(Jänner 2008)
MitarbeiterInnen
voestalpine 9.900
Siemens 3.620
ÖBB 3.600
MCE 2.752
LINZ AG 2.714
Raiffeisenlandesbank 2.045
Schachermayer 1.309
Pass & Theurer 1.150
Borealis 1.100
Quelle 1.045

(Quelle: Linz in Zahlen 2007/08)

Vollbeschäftigung

Ende August 2008 gab es in Linz-Stadt 2.811 Arbeitslose. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein neuerlicher Rückgang um 208 Personen (minus 6,9 Prozent) und somit auch der niedrigste Augustwert seit über 20 Jahren.

2.717 offene Stellen bedeuten einen absoluten Rekord auf der Stellenseite. Damit beträgt die Stellenandrangsziffer in Linz-Stadt 1,0. Das heißt, statistisch kommt auf einen gemeldeten Arbeitslosen eine offene Stelle. Diese „glatte Eins“ wurde in Linz erst einmal zuvor (im Juni dieses Jahres) erreicht.

Arbeitslose und offene Stellen im August

Die Arbeitslosenquote für August wird erst nächste Woche endgültig vorliegen (diese wird voraussichtlich 3,0 oder 2,9 Prozent betragen), dennoch steht bereits jetzt fest, dass Linz auch im August wieder „Klassenbeste“ im Ver-gleich der Landeshauptstädte ist.

Bei den vorliegenden Juli-Arbeitslosenquote liegt Linz unter allen österreichischen AMS-Bezirken auf Platz 10. Unter den Top Ten finden sich auch noch fünf weitere oberösterreichische Bezirke.

Offene Stellen nach Berufen - Arbeitslose nach Berufswunsch

Einen besonders ausgeprägten Arbeitskräftemangel gibt es im Arbeitsmarktbezirk Linz (Linz und Urfahr-Umgebung) in den Metall- und Elektroberufen mit 706 offenen Stellen und nur 156 Stellensuchenden (davon acht Frauen). Ein doppeltes, dreifaches und sogar vierfaches Stellenangebot im Vergleich zu den Stellensuchenden gibt es außerdem noch unter anderem in den Bereichen Bau, Maschinisten und in den technischen Berufen.

Bei den Büroberufen kamen auf eine offene Stelle im Durchschnitt drei Arbeitslose. Bei den Lehr- und Kulturberufen waren es knapp elf Arbeitslose aufgrund der nur 16 offenen Stellen. Die größte Gruppe der Arbeitslosen sind die Hilfsberufe mit 783 gemeldeten Stellensuchenden und knapp fünf BewerberInnen pro offener Stelle.

 AMS-Bezirk Linz (August 2008) offene Stellen Arbeitslose davon Frauen Stellenandrang
Metall-Elektroberufe 706 156 8 0,22
Bau 298 77 2 0,26
Technische Berufe 448 160 34 0,36
Maschinisten 77 41 0 0,53
Friseure 23 23 23 1,00
Verkehr 139 167 67 1,20
Handel 301 379 223 1,26
Fremdenverkehr 199 275 158 1,38
Reinigung 92 205 183 2,23
Büroberufe 195 566 415 2,90
Gesundheit 5 154 125 3,08
Lehr-/Kulturberufe 16 171 128 10,69
Hilfsberufe 165 783 334 4,75
Hilfsberufe allgemeiner Art 22 509 230 23,14
Rest 153 211 75 1,38
Gesamt: Linz Stadt und Urfahr Umgebung 2.862 3.368 1.775 1,18
Gesamt Linz Stadt 2.717 2.811 1.419 1,03

Gerade in Zeiten der Vollbeschäftigung und der Tatsache, dass es in einer Reihe von Branchen einen deutlichen Arbeitskräftemangel gibt, ist die Ausbildung und Qualifizierung im Rahmen der von Bund und Land finanzierten aktiven Arbeitsmarktpolitik besonders wichtig. Dank und  Anerkennung gilt in diesem Zusammenhang dem AMS Oberösterreich mit seiner AMS-Bezirksstelle Linz, ohne deren Arbeit die hervorragenden Werte in Linz nicht möglich wären.

Lehrlingszahlen

Die Linzer Wirtschaft bildet 5.671 Lehrlinge aus (Stand 31.12.2007). Das sind um 1.344 Lehrlinge (+ 31 Prozent) mehr als noch vor zwölf Jahren!

Ende August gab es in Linz-Stadt mit 209 Lehrstellensuchenden (sofort verfügbar) um 26 Lehrstellensuchende (- 11 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Lehrstellen (+ 14 Prozent) auf 162 offene Lehrstellen. Weniger Lehrstellensuchende und mehr offene Lehrstellen zeigen, dass es auch heu-er wieder gelingen wird, in den nächsten Monaten jedem Jugendlichen ein Ausbildungsangebot machen zu können.

Berücksichtigt man die nicht sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen gibt es in Linz-Stadt 220 Lehrstellensuchende und 442 offene Lehrstellen.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Wirtschaftsreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider zum Thema Neuer Arbeitsplatzrekod.

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