Das Legasthenie-Projekt setzt am Beginn der 3. Schulstufe an. Eine Lese- und Rechtschreibschwäche ist hier bereits gut erfassbar. In diesem Sinne sollen spätestens im Oktober 38 Dorfhalle-VolksschülerInnen einem ersten Test unterzogen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass deren Eltern mit der Teilnahme einverstanden sind. Um sie zum Mitmachen zu motivieren, werden sie im Vorfeld grundlegend über Legasthenie, ihre Ursachen, Fördermöglichkeiten und anderes mehr aufgeklärt. Und natürlich werden sie über den Ablauf und die Ziele des Projektes informiert.
Alle am Projekt teilnehmenden Kinder werden zuerst in der Gruppe und dann einzeln ausführlich auf eine mögliche Legasthenie hin getestet. Dafür werden Rechtschreibkenntnisse, Leseleistung und Intelligenz abgeklärt. Innerhalb einer Woche sollen die Tests durchgeführt und auch ausgewertet sein.
Geht bei der Erstabklärung die Diagnose in Richtung „Legasthenie“, werden in einer zweiten Phase folgende Schritte zur Feinabstimmung gesetzt:
Diese zweite Abklärungsphase gibt ein genaues Bild darüber, welche SchülerInnen konkret von Legasthenie betroffen sind, welche Kinder Schwächen beim Lesen und Rechtschreiben haben ohne legasthenisch veranlagt zu sein, bei welchen Kindern andere Faktoren Schul-Schwierigkeiten verursachen.
Basierend auf den erhobenen Daten werden individuelle und maßgeschneiderte Förderkonzepte erstellt. Auch ist vorgesehen, dass ein Kind nicht zwangsläufig das gesamte Programm durchlaufen muss, sondern dort abgeholt wird, wo es gerade steht. Zusätzlich wird der Förderplan regelmäßig den Entwicklungsfortschritten des Kindes angepasst, um eine Demotivierung durch Unter- oder Überforderung zu vermeiden.
In einem weiteren Elterngespräch werden die aktuellen Testergebnisse besprochen, gemeinsam ein Ziel für die Förderung formuliert und ein ungefährer Zeitplan erstellt.
Grundsätzlich ist im 1. Semester ein wöchentliches Einzeltraining vorge-sehen. Es umfasst unter anderem lauttreues Schreiben und Lesen, den Rechtschreib-Regel-Aufbau sowie flüssiges und sinnerfassendes Lesen.
Für Kinder mit schwerer Legasthenie wird es auch im 2. Semester ein wöchentliches Einzeltraining geben. Alle anderen arbeiten in Kleingruppen mit maximal drei Kindern weiter. Bei der Zusammenstellung wird auf einen möglichst ähnlichen Förderbedarf geachtet.
Begleitend zum Förderprogramm sind weitere Elterngespräche vorgesehen, bei denen es vor allem um Entwicklungsfortschritte, neue Beobachtungen und weitere Vorgangsweisen geht. Auch werden die Eltern darüber infor-miert, wie sie ihr Kind zu Hause gezielt fördern können.
Natürlich sind auch regelmäßige Besprechungen mit den LehrerInnen eingeplant, um sich über gesetzte Maßnahmen und Beobachtungen auszutauschen.
Am Ende des Schuljahres 2008/09 werden der Lese- und Rechtschreibtest und die Sprachentwicklungstests vom Beginn des Projektes erneut durchgeführt, auch hier wird wieder einzeln und in der Gruppe. Ein Vergleich zwischen Ausgangs- und Endsituation gibt Aufschluss über den Erfolg des Projekts. Durch eine Endbesprechung mit Eltern und LehrerInnen können zudem Veränderungen und Verbesserungen aus Sicht aller Beteiligten erfasst werden.
Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal und Bildungsreferent Stadtrat Johann Mayr zum Thema "Legasthenie-Projekt in der Dorfhalle-Volksschule".
Weitere Gesprächspartnerin:
Mag.a Susanne Dorotka, Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit
Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at
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