Der zweite Zugang zu den detaillierten Informationen ist das Internet. Auch unter www.linz.at/maedchenratgeberin.asp finden junge Linzerinnen den Inhalt der CD-ROM.
Im Rahmen der Studie „ist.zustand – Befragung der Linzerinnen zum Leben in der Stadt“, die das Linzer Frauenbüro unter großem Medienecho im März 2008 veröffentlichte, kristallisierte sich heraus, dass ein erhöhter Bedarf an Angeboten für Mädchen besteht.
Dieser Nachfrage kam das Linzer Frauenbüro einerseits mit dem Schwerpunktthema „Mädchen“ in den Jahren 2007 und 2008 und anderseits mit der neuen „Mädchenratgeberin – city girls – Infos für Mädchen in Linz“ nach. Denn die neue Mädchenratgeberin geht gezielt auf die Bedürfnisse weiblicher Jugendlicher ein.
Während ihrer Entwicklung haben weibliche Jugendliche andere Bedürfnisse als männliche. Sie machen auch unterschiedliche Erfahrungen in der Gruppe, beim Schließen von Freundschaften, ersten sexuellen Kontakten, bei der Berufswahl. Ebenso, was Fragen der Sucht, der Gewalt oder auch der Identitätsfindung betrifft. Daher finden junge Linzerinnen in der Mädchenratgeberin auf CD-ROM oder unter www.linz.at/maedchenratgeberin.asp zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen zu den ausgewählten Kapiteln:
Das Augenmerk bei jedem Kapitel liegt auf dem entsprechenden Linzer Angebot. Eine umfangreiche Linksammlung zu den einzelnen Themen rundet den Inhalt der Mädchenratgeberin ab.
Tatkräftig unterstützt haben das Frauenbüro bei der Erstellung der Inhalte folgende Linzer Vereine: PIA – Prävention, Beratung und Therapie bei sexuellem Missbrauch, autonomes Frauenzentrum, Gewaltschutzzentrum OÖ, ZOE-Schwangerschaftsberatung, VfQ - Gesellschaft für Frauen und Qualifikation mbH, Point – Beratungsstelle für Suchtfragen und Lovetour.
Das Motto des Linzer Frauenbüros „Frauenpolitik muss schon bei Mädchen ansetzen und darf keine Generation aussparen!“ soll schon junge Frauen und Mädchen für Gleichbehandlung, Gleichberechtigung und Chancengleichheit sensibilisieren.
Mit dem Mädchen-Schwerpunkt im Jahr 2007 und 2008 legt das Frauenbüro eine gute Basis für die Bedürfnisse von jungen Frauen in Linz. Zahlreiche Veranstaltungen, Workshops, wie etwa Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse, Projekte, wie MUTIG – Mädchen und Technik, die Mädchencard, und die U19 Sparte beim Marianne von Willemer-Preis sind ganz auf Mädchen abgestimmt. Ein voller Erfolg war 2007 der erste Linzer Schülerinnen-Kalender city-girls. Er wurde von jungen Linzerinnen für junge Linzerinnen unter dem Thema „Wohlfühlorte“ in der Stadt gestaltet. Er wird auch in diesem Jahr rechtzeitig zu Schulbeginn wieder im Frauenbüro erhältlich sein. Der Kalender steht heuer unter dem Motto „sitzen bleiben“ und will die Mädchen dazu animieren, sich Raum zu nehmen, Position zu beziehen, zu beharren und sich nicht abbringen zu lassen. Der Schülerinnen-Kalender geht als Kommunikationstool auf die speziellen Bedürfnisse von Mädchen ein und beschäftigt sich mit deren Leben in der Stadt. Weiters soll er mit seinen Themen, Rückzugsmöglichkeiten und Plätze in der Stadt nur für junge Mädchen verstärkt aufzeigen. Ein Wunsch der ebenfalls aus der Studie „ist.zustand“ deutlich wurde. Denn Jugendzentren in Linz werden beispielsweise zu 80 Prozent nur von Burschen besucht.
Auch der Ausbau eigener Mädchenprogramme in der Jugendarbeit war ein wichtiges Thema in der Befragung. Um diesem Bedürfnis noch besser gerecht werden zu können und Lösungen zu erarbeiten, gibt es ab Herbst 2008 eine Diskussionsrunde mit Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren und Linzer PolitikerInnen. Interessierte Mädchen können sich beim Linzer Frauenbüro im Alten Rathaus für die Mitarbeit anmelden.
Im Jahr 2007 gab das Linzer Frauenbüro eine Umfrage in Auftrag, um die Wünsche und Bedürfnisse der Linzerinnen zu erheben. Die Auswertung von 471 Fragebögen soll als weitere Basis für die geschlechtersensible Gestaltung des öffentlichen Raums im Bereich Stadtplanung und Angebote der Stadt dienen.
Generell sind die Linzerinnen mit dem Leben in der Stadt, die sich durch ihre sozialen, kulturellen und strukturellen Angebote auszeichnet, zufrieden. Es herrscht jedoch ein Bedarf nach Angeboten vor allem für Alleinerzieherinnen, junge Familien, Künstlerinnen, Migrantinnen, Jugendliche und ältere Frauen.
Großteils positiv bewertet die Linzerin auch ihr Einkommen, wobei sie sich aber der Diskriminierung in der Arbeitswelt bewusst ist. Dieser Benachteiligung kann mit spezifischen Frauenförderprogrammen – wie sie etwa in Form der „Geschlechtergerechten Kleinkindpädagogik“ von der Linzer Stadtverwaltung bereits umgesetzt wird – und gesetzlichen Vorgaben entgegengewirkt werden.
Auch das kulturelle Angebot in Linz sehen die Befragten als ausreichend und umfangreich. Frau wünscht sich jedoch von den Kultureinrichtungen ein vermehrtes Angebot außerhalb des Zentrums, flexible Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und Kinderbetreuung. Ebenso eine verstärkte Förderung weiblicher Künstlerinnen und kunstschaffenden Migrantinnen.
Die Studie brachte außerdem hervor, dass Frauen im Allgemeinen im Alter aktiver sind. Daher wurde der Wunsch nach spezifischen und vor allem leistbaren Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote für Seniorinnen laut. Hier wird mit dem Aktivpass der Stadt Linz bereits ein wichtiger Beitrag geleistet. Um den Bedürfnissen dieser Zielgruppe noch stärker gerecht zu werden, setzt das Linzer Frauenbüro im Jahr 2009 einen Schwerpunkt auf den Themenbereich Seniorinnen.
(Informationsunterlage von Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer, Gemeinderätin Erika Rockenschaub und der Linzer Frauenbeauftragten Elvira Tomancok zum Thema „Mädchenratgeberin – city girls – Infos für Mädchen in Linz“)
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