2009 ist Linz Europäische Kulturhauptstadt. Damit steht die Stadt Linz nicht nur im Bereich der Kunst und Kultur vor neuen Herausforderungen. Zahlreiche zusätzliche Veranstaltungen und erhöhte BesucherInnenzahlen verursachen zusätzliche Wege und stellen die Stadt vor neue Aufgaben:
Wie kann das vorhandene Verkehrsangebot möglichst umweltfreundlich gestaltet werden? Welche zielgruppenspezifischen Alternativen für die An- und Abreise nach und von Linz gibt es? Wie lassen sich Event und Eventverkehr zu einer attraktiven Reisekette verbinden? Wie können An- und Abreise mit Bahn, Bus, Rad und auf dem Wasserweg so gestaltet werden, dass der Erholungs- und Erlebniswert steigt?
Zur Klärung dieser und weiteren Fragen die sich mit dem Thema Mobilität im Kulturhauptstadtjahr auseinandersetzen wurde LIquA - Linzer Institut für qualitative Analysen mit der Erstellung einer Studie beauftragt.
Einen zentralen Bestandteil der Studie bildet die Darstellung bestehender „good und best practice“- Beispiele im Bereich der Eventmobilität. Aufbauend auf diese internationalen Beispiele an Dienstleistungen, Angeboten und Maßnahmen im Bereich der Eventmobilität wurde von LIquA ein Paket an Vorschlägen für Linz erarbeitet.
Entstanden ist ein bunter Pool an Ideen, die Verkehrs- und Mobilitätsformen, touristische Aspekte, erlebnisorientierte Ansätze und auch Vorschläge zur Kommunikation berücksichtigen. Entsprechend vielfältig ist auch der Ideenpool der notwendigen AkteurInnen, für die Umsetzung der Ideen.
Die Maßnahmen richten sich an die Stadt, das Land, den Tourismus, die Linzer Hotellerie, Verkehrsbetriebe wie ÖBB und LINZ AG LINIEN und selbstverständlich auch an die Verantwortlichen der Linz09 GmbH. So wird zum Beispiel die Einführung verschiedener Varianten von Kombitickets vorgeschlagen, die zugleich als Eintrittskarte und Fahrkarte gelten, oder aber auch Zimmerkarten der Hotels, die gleichzeitig als Fahrkarten für die LINZ AG LINIEN gelten. Um diese Ideen umzusetzen, müssten VeranstalterInnen, die unterschiedlichen Verkehrsbetriebe und die Hotellerie zusammenarbeiten.
Ideen, die das Handlungsfeld des städtischen Mobilitätsreferats betreffen werden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Einige, wie etwa die Einführung eines neuen Verkehrsleitsystems, oder die Attraktivierung von Fußwegen sind bereits realisiert oder werden in Kürze umgesetzt.
Damit auch die anderen Vorschläge eine Chance auf Realisierung erhalten, werden die Ergebnisse der Studie an alle AkteurInnen übermittelt. „Wir können hier natürlich nur Anregungen weiter geben“, meint Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer. „Die eine oder andere Idee ist aber sicherlich überlegenswert. Ich werde daher in den nächsten Wochen mit den jeweiligen EntscheidungsträgerInnen Gespräche führen“, so Himmelbauer weiter.
Durch ein flächendeckendes Fußwegenetz, das sichere Querungsmöglichkeiten von Straßen und Lichtanlagen umfasst, ist das Gehen in der Stadt gefahrenfrei möglich. Neben dem Sicherheitsaspekt trägt die interessante Gestaltung der Fußwege und Plätze dazu bei, den innerstädtischen Fußverkehr zu fördern. Daher hat sich Linz bis zum Kulturhauptstadtjahr 2009 das Ziel gesetzt, neun Plätze und Straßenzüge zu verschönern und attraktiv zu gestalten. Bereits fertig gestellt sind der Marktplatz, der vormalige Arenaplatz beim Offenen Kulturhaus und der Herbert Bayer Platz an der Prunerstraße vor dem Architekturforum sowie der Vorplatz des Nordico. Bis zum Jahr 2009 wird auch die Promenade zu einem Boulevard mit durchgehender Parkanlage umgestaltet. Das Urfahraner Jahrmarktgelände, das Kleinmünchner Ortszentrum an der Dauphinestraße, das Umfeld des Neuen Doms und der Platz zwischen Hauptbahnhof, Terminal Tower und Hauptpostamt werden sich ebenfalls neu präsentieren.
Die Motivation der KulturhauptstadtbesucherInnen, längere Wege von Parkplätzen oder Haltestellen des öffentlichen Verkehrs zu den Veranstaltungsorten zu Fuß zurückzulegen, erfolgt durch eine interessante Gestaltung der Wegstrecken. Dann können die Fußwege auch über Umwege zum Zielort führen. Bei mehreren Fußwegen sollte ein Farbsystem für die Lenkung des Fußverkehrs zum Einsatz kommen. Für jeden Weg wird eine Farbe bestimmt. Diese zieht sich zum Beispiel als Bodenlinie über die gesamte Strecke. Solange die FußgängerInnen der Farbe folgen, sind sie auf dem richtigen Weg. Ein Plan, der die farblich markierten Strecken abbildet, kann als zusätzliche Orientierungshilfe dienen.
Vergleichbar mit den Fanmeilen bei Fußballgroßereignissen können anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Kulturmeilen eingerichtet werden. Als Ausgangspunkte bieten sich in Linz der Hauptbahnhof (Kulturmeile 1) und die Donaulände entlang beider Uferseiten (Kulturmeile 2: Brucknerhaus, Lentos; Kulturmeile 3: Ars Electronica Center, Urfahraner Marktgelände) an.
Die Kulturmeilen sind ausschließlich für den Fuß- und Radverkehr gedacht. Voraussetzung ist, dass ausreichend Platz für beide Verkehrsarten vorhanden ist (zum Beispiel Fuß- und Radweg an der Donaulände). Ist dem nicht so, wird dem Fußverkehr der Vorzug gegeben. Informations-, Verleih- und Verkaufsstände, künstlerische Aktionen sowie Bodenmarkierungen, Fahnen, Banner usw. machen die Begehung der Kulturmeilen zu einem besonderen Erlebnis.
Durch das Angebot von neun Stadtwanderrouten, die ein Thema oder einen Stadtteil mit Bezug auf das Kulturhauptstadtjahr behandeln, werden die BesucherInnen animiert, Linz zu Fuß zu entdecken. Die Zahl "9" stellt in diesem Zusammenhang die Verbindung zum Kulturhauptstadtjahr 2009 dar.
Ein barrierefreies Beschilderungs- und Informationssystem ermöglicht den Gästen, die Stadtwanderrouten eigenständig zu begehen. Die Lenkung des Fußverkehrs mit Wegweisern, Bodenmarkierungen (Linien, Symbole, Teppich usw.), Lichtern, Fahnen (Linz-09-Fahnen), Bannern (Linz-09-Banner) oder Aufklebern (Linz-09-Aufkleber) und die Information der FußgängerInnen durch Informationssäulen, Stadtwanderführer und Audio Guides tragen zur attraktiven Gestaltung der Stadtwanderrouten bei.
Radabstellplätze sollten diebstahlgesichert, witterungsgeschützt, beleuchtet und kostenlos sein. Ein Abstellsystem in Form von Fahrradboxen hätte zusätzlich den Vorteil, dass die RadfahrerInnen neben dem Rad auch ihr Gepäck unterbringen könnten.
Angesichts der Möglichkeit, das Rad mit der Bahn und dem Schiff mitzunehmen, erscheinen der Hauptbahnhof und die Donaulände auf der Uferseite von Brucknerhaus und Lentos als Standorte für jeweils einen zentralen Radabstellplatz sehr gut geeignet. RadtouristInnen, die über den Donauradweg nach Linz fahren, können ihr Rad bei der Ankunft in der Kulturhauptstadt sofort abstellen.
Durch das Angebot eines Reparaturservices, das Verteilen von Radfahrgimmicks (z. B. Rad09-Logo, Rad09-Wimpel, Rad09-Distanzhalter, Rad09-Fuchsschwanz, Radfahrpläne, Reparaturtaschen, Getränke, Sportriegel usw.) sowie das Bereitstellen von Informationspersonal und -material bei bei den zentralen Radabstellplätzen wird auf die individuellen Bedürfnisse der RadfahrerInnen eingegangen.
Bei einmaligen Events sollte darüber hinaus ein System flexibel einsetzbarer Radabstellplätze eingesetzt werden. Die RadfahrerInnen haben so die Möglichkeit, direkt am Veranstaltungsgelände ihre Räder abzustellen.
Radverleihstationen an denen BesucherInnen die Möglichkeit haben, verschiedene Räder (City Bikes, Mountainbikes, Steyr-Waffenräder usw.) und Schutzhelme auszuleihen, sollten eingerichtet werden. Durch das Angebot von Kinderrädern, Kindersitzen, Radanhängern für Kinder wird auf die besonderen Bedürfnisse von Eltern eingegangen. Neben Rädern kann das Sortiment Inline-Skates, Scooter, Segways, Schutzausrüstung,
Kinderwägen, Kindertragetaschen, Regenschirme usw. umfassen. Die Artikel sollten in erster Linie modern sein. Durch ihre, auf das Kulturhauptstadtjahr
bezogene Gestaltung (Rad09-Logo, Rad09-Wimpel, Rad09-Distanzhalter, Rad09-Fuchsschwanz) werden sie zu kostenlosen Werbeträgern. Der Verleih sollte daher unentgeltlich sein.
Kombitickets für die Reise mit der Bahn sollten um eine kostenlose Radmitnahme erweitert werden. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit der kostenlosen Radmitnahme in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln angedacht werden.
Das Radwegenetz in Linz muss gewährleisten, dass sich die KulturhauptstadtbesucherInnen, die mit dem Rad unterwegs sind, gefahrenfrei fortbewegen können.
Radwege, Radstreifen oder Mehrzweckstreifen, die gut befestigt sind, sowie für RadfahrerInnen bestimmte Aufstellungen im Kreuzungsbereich bieten Sicherheit. Das Radwegenetz sollte jedoch nicht nur sicher, sondern auch attraktiv gestaltet sein. Weite Umwege aufgrund des Einbahnsystems in Linz tragen nicht zur Attraktivität bei. Aus diesem Grund werden bereits laufend Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet. Im Rahmen von Linz09 wäre eine Überprüfung des Radwegenetzes hinsichtlich der Erreichbarkeit der zentralen Veranstaltungsorte und Kunstprojekte im öffentlichen Raum notwendig und entsprechende Maßnahmen zur Optimierung zu setzen.
Bei Radwegen, die nach Linz führen, muss bereits einige Kilometer davor ersichtlich werden, dass das Ziel die Kulturhauptstadt 2009 ist. Wie bei den Stadtwanderrouten können Wegweiser, Bodenmarkierungen (Linien, Symbole usw.), Logos (Rad09-Logo), Fahnen (Linz09-Fahnen), Banner (Linz09-Banner) usw. genutzt werden.
Jedes Jahr findet der autofreie Radtag "Rad total im Donautal" entlang der Donau statt. Die Gäste stellen an vorgesehenen Parkplätzen ihre Autos ab und fahren von dort mit den Rädern weiter. Innerhalb von 80 Kilometern sind die Straßen für den PKW-Verkehr gesperrt.
Die RadfahrerInnen empfinden es als angenehm, wenn im Donautal keine Autos fahren und die Veranstaltung wird sehr gut angenommen. Bis zu 30.000 Personen haben schon teilgenommen. Durch die Einbindung kultureller Angebote und Sehenswürdigkeiten sowie durch Informations- und Verkaufsständen wird die Verbindung zum Ereignis "Kulturhauptstadt" hergestellt.
Entlang der Radrouten in das Umland von Linz sowie in der Kulturhauptstadt sollten Gastronomie -und Beherbergungsbetriebe vorhanden sein, welche auf die spezifischen Bedürfnisse von RadfahrerInnen eingehen (Bett + Bike).
Während des Kulturhauptstadtjahres könnte einmal im Monat ein autofreier Tag stattfinden. Um die Kulturhauptstadtgäste und die BewohnerInnen von Linz zu einem Verzicht auf ihr Auto zu bewegen, müssen Anreize geschaffen werden, welche die öffentlichen Verkehrsmittel (z. B. günstigere Fahrpreise, dichtere Fahrintervalle usw.) sowie andere alternative Fortbewegungsmittel (z. B. kostenloser Radverleih, attraktive Gestaltung der Fußwege usw.) attraktiv erscheinen lassen. Abgesehen davon müssen die autofreien Tage in den Medien (Radio, Fernsehen und Zeitung) sowie in diversen Informationsmaterialien (z. B. Broschüren, Flugblätter, Plakate usw.) intensiv angekündigt und beworben werden.
Nicht nur die KulturhauptstadtbesucherInnen, sondern auch die Kunst- und Kulturschaffenden sollten anstelle von Flugzeug oder PKW alternative Verkehrsmittel für ihre Reisen wählen. So könnten sie bei der An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein höheres Honorar erhalten, ihnen werden Räder gratis zur Verfügung gestellt oder sie bekommen ein kostenloses Ticket für den öffentlichen Nahverkehr in Linz. Vor allem die kulturellen Einrichtungen, die mit den Kunst- und Kulturschaffenden arbeiten, müssten bereit sein, diese für die Nutzung alternativer Verkehrsmittel zu motivieren.
Durch die Möglichkeit der kostenlosen Nutzung der Bahn sowie der öffentlichen Nahverkehrsmittel Bus und Straßenbahn wird ein Anreiz geschaffen, auf die Reise mit dem PKW und Flugzeug zu verzichten.
Auch bei Besuchen durch diverse Delegationen sollte zumindest innerhalb von Linz auf die Verkehrsmittelwahl geachtet werden. So kann ein Shuttledienst, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Delegationen abgestimmt, für Gruppen eingerichtet werden.
Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres sollte ein auf das Veranstaltungsangebot abgestimmtes Kombiticket für die Nutzung der Bahn zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sollte dieses, um eine kostenlose Radmitnahme in den öffentlichen Verkehrsmitteln erweitert werden.
Ebenso wie bei der Bahn könnte ein auf das Veranstaltungsangebot der Kul-turhauptstadt abgestimmtes Kombiticket der öffentlichen Nahverkehrsmittel angeboten werden. Der Geltungsbereich des Kombitickets sollte jedoch zeitlich nicht zu knapp bemessen sein. Im Idealfall können die BesucherInnen die öffentlichen Nahverkehrsmittel nicht nur am Veranstaltungstag, sondern auch am Vor- und Folgetag nutzen. Das Kombiticket kann hinsichtlich Material, Form und Farbe kreativ gestaltet sein (z. B. Kombiticket in Form eines Plastikarmbandes oder Aufklebers).
Die Hotelkarten für Zimmer in Linzer Hotels sind gleichzeitig die Fahrkarte für die öffentlichen Nahverkehrsmittel. Während der Dauer des Aufenthalts im Hotel können die Gäste mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln kostenlos beziehungsweise mit Ermäßigungen fahren. Durch diese Maßnahme gewinnt nicht nur das Image der Linzer Hotels, sondern es werden auch Motive geschaffen, auf Taxis und Mietautos zu verzichten.
In den Fahrzeugen der LINZ AG LINIEN, sowie in allen öffentlichen Ver-kehrsmitteln, die Linz anfahren, sollte Informations- und Werbematerial (Stadtpläne, Broschüren, Flugblätter, Linz09-Ansichtskarten, Linz09-Briefmarken, Linz-09-Aufkleber usw.) über die Kulturhauptstadt sowie über das Thema "Mobilität in Linz" aufliegen. Die Ausstattung der öffentlichen Ver-kehrsmittel mit Informationsmaterial, Bildern der Kulturhauptstadt oder künst-lerischen Arbeiten trägt zur Information und Kommunikation bei. In den LINZ AG LINIEN können neben der nächsten Haltestelle und den Umsteigemög-lichkeiten auch Linz09-Informationen durchgesagt werden.
Das Nachtangebot der öffentlichen Nahverkehrsmittel sollte erweitert werden. So können zum Beispiel Nachtbusse, die wichtige Veranstaltungsorte anfahren, eingesetzt werden. Vor allem dezentral gelegene Veranstaltungsgebiete (Pöstlingberg, Hafen usw.) müssen auch in der Nacht gut erschlossen sein.
Der Ferienfahrplan der öffentlichen Nahverkehrsmittel ist während des Kul-turhauptstadtjahres nicht aufrechtzuerhalten. Es muss gewährleistet sein, dass die KulturhauptstadtbesucherInnen die Straßenbahnen und Busse ohne lange Wartezeiten und Überfüllungen nutzen können.
Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres können Sonderzüge (Linz09-Sonderzüge), deren äußere und/oder innere Gestaltung zum Beispiel mit Bildern, Kunstobjekten, Informationsmaterial usw. auf - die Kulturhauptstadt beziehungsweise eine bestimmte Veranstaltung - abgestimmt ist, eingesetzt werden. Die Sonderzüge können zielgruppenorientiert ausgestattet sein. Die Ausrichtung auf Familien mit Kindern bietet z. B. die Möglichkeit, Spielecken in den Wagons einzurichten.
Schiffe bieten aufgrund ihrer Größe und der Länge der Fahrt einen ausreichenden Rahmen für künstlerische Angebote. So können zum Beispiel Kunstwerke ausgestellt, Lesungen abgehalten oder Live-Musik gespielt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, künstlerische Aktionen durchzuführen, an denen die Schiffsgäste teilnehmen können.
Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres kann die historische Straßenbahn für Sonderfahrten eingesetzt werden. Sie eignet sich für Lesungen, Ausstellungen von künstlerischen Arbeiten, Informationsveranstaltungen über die Kulturhauptstadt oder das Thema "Mobilität in Linz". Auch der Linzer Bummel-zug kann neben den regulären Fahrten anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Sonderfahrten anbieten. Ein mögliches Thema dafür wäre "Kunst im öffentlichen Raum“.
Infoterminals, die bei den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel aufge-stellt werden, zeigen den KulturhauptstadtbesucherInnen einen Umgebungsplan, in dem Veranstaltungen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, Linz09- Informationsstellen usw. verzeichnet sind. Dabei ist auf die Barrierefreiheit zu achten. Die Infoterminals müssen gut beleuchtet und übersichtlich gestaltet sein. Eine Audiofunktion ermöglicht auch sehbehinderten Menschen die Nutzung.
Die Hot Spots in Linz können für die Information der Kulturhauptstadtgäste genutzt werden. Über eine Internetapplikation, die über Laptop oder Handys, mit denen auf das Internet zugegriffen werden kann, aufgerufen wird, erhalten die BesucherInnen einen Umgebungsplan, in welchem die Veranstaltungen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, Linz09-Informationsstellen usw. verzeichnet und beschrieben sind, nachdem sie den Namen der Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs eingegeben haben.
Die Region um Linz kann mittels Shuttlebussen erschlossen werden. In Form eines regionalisierten Abholdienstes werden KulturhauptstadtbesucherInnen aus der weiteren Umgebung von Linz in die Kulturhauptstadt transportiert. Auf jeden Fall sollten die Shuttlebusse mit Informationsmaterial über die Kulturhauptstadt und das Thema "Mobilität in Linz" sowie mit Werbeartikeln (Linz09-Aufkleber, Linz09-Ansichtkarten, Linz09-Stifte, usw.) ausgestattet sein.
Nachdem die Fahrgäste ausgestiegen sind, müssen die Reisebusse auf dafür vorgesehenen Parkflächen abgestellt werden. Diese können auch dezentral gelegen sein. Neben dem Busterminal des Hauptbahnhofs müssen für das Kulturhauptstadtjahr weitere, zentral gelegene Aus- und Einstiegsstellen festgelegt werden.
Der Busterminal am Hauptbahnhof kann als Aus- und Einsstiegsstelle für Reisebusse genutzt werden. Das Weiterkommen der Fahrgäste ist durch die Anbindung an das öffentliche Nahverkehrnetz, das Vorhandensein der Rad-verleihstationen sowie der Mobilitätszentrale ohne Probleme möglich.
Durch das Parken der Reisebusse auf dafür vorgesehenen Park + Ride-Flächen wird zum einen das Verkehrsaufkommen in der Stadt minimiert und zum anderen werden zusätzliche Reisebusparkplätze geschaffen. Die Fahr-gäste werden von den Park + Ride-Flächen mit Shuttlebussen zu den Zielor-ten gebracht.
Um den motorisierten Individualverkehr in der Stadt zu verringern, müssen Park + Ride-Flächen angeboten und beworben werden, die mit Shuttlebus-sen erschlossen sind. Die Entfernung der Park + Ride-Flächen bemisst sich an der erwarteten Anzahl an BesucherInnen. Bei kleinen Veranstaltungen können Parkflächen genutzt werden, die am Stadtrand liegen. An Wochenenden und Feiertagen stehen die Parkplätze großer Einkaufshäuser oder Firmen zur Verfügung (Plus-City, Infracenter, Flughafen, usw.). Bei großen Veranstaltungen muss zusätzlich auf weiter entfernt liegende Park + Ride-Flächen (Ottensheim, Asten, Engerwitzdorf usw.) zurückgegriffen werden. Shuttlebusse müssen in regelmäßigen, nicht zu lange auseinander liegenden Abständen die Park + Ride-Plätze anfahren.
Über die Linz09-Homepage haben die Kulturhauptstadt-BesucherInnen die Möglichkeit, eine Carpool-Datenbank abzurufen. Sobald sie sich angemeldet haben, können sie das Angebot in Anspruch nehmen. Neben dieser First-Minute-Carpool-Vermittlung kann bei Veranstaltungen eine Last-Minute-Carpool-Vermittlung angeboten werden. Bei einem Informationsstand füllen jene Personen, die MitfahrerInnen suchen, ein Formular aus und hängen es an den Zielort auf einer Landkarte von Österreich. Jene Personen, die eine Mitfahrgelegenheit benötigen, können in Frage kommende AutofahrerInnen kontaktieren.
Der Linz09-Bus, die (derzeit in Linz noch nicht genutzte) Linie 9, fährt alle während der Kulturhauptstadt wichtigen Standorte wie den Hauptbahnhof (Kulturmeile 1), den Hauptplatz (Mobilitätszentrale), die Donaulände Süd (Kulturmeile 2), die Donaulände Nord (Kulturmeile 3) und zentrale Veranstaltungsorte an. Die Busse der Linie 9 ausschließlich speziell gestaltete Erdgasbusse. Das Image einer umweltfreundlichen Kulturhauptstadt wird dadurch aufgegriffen.
Auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern muss auch im Rahmen der Mobilitätsangebote Rücksicht genommen werden. Die Maßnahmen reichen von günstigen Familientickets für die öffentlichen Verkehrsmittel über den Verleih von Kinderfahrrädern bis hin zu künstlerischen Aktionen für Kinder an den Kulturmeilen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sowie die zentralen Ein- und Ausstiegstellen (Hauptbahnhof) müssen über Toiletten mit Wickelräumen verfügen.
Anlässlich des umweltfreundlichen Images der Kulturhauptstadt sollten besonders ökologisch "wertvolle" Reisepakete angeboten werden, die auf be-stimmte Zielgruppen abgestimmt sind. Die Reisen können über Linz09-Incoming-Agenturen gebucht werden. Das Besondere dabei ist, dass ausschließlich auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen wird. Sowohl die An- und Abfahrt als auch die Fahrten zu Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten usw. erfolgen mit Bahn, Schiff, Bus oder Straßenbahn. Darüber hinaus wird der Fuß-und Radverkehr groß geschrieben, indem etwa Radreisen in die Kulturhauptstadt angeboten werden. Unterkunft, Verpflegung und Programm sollten der Zielgruppe entsprechend aufeinander abgestimmt und so weit wie möglich (ökologisch) nachhaltig sein.
Über die Linz09-Homepage sollten die Kulturhauptstadtgäste die Möglichkeit haben, wichtige Informationen über das Thema "Mobilität in Linz" abrufen zu können. Die BesucherInnen müssen erfahren, wie sie nach Linz kommen und was passiert, wenn sie dort angekommen sind. Dabei sind alle möglichen Reisearten zu berücksichtigen, wobei die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel hervorgehoben wird.
Die Mobilitätszentrale behandelt alle das Thema "Mobilität" betreffenden Belange (öffentlicher Nah- und Fernverkehr, Radverkehr, Fußverkehr und motorisierter Individualverkehr). Zum Aufgabenbereich gehören die umfassende Information der Kulturhauptstadt-BesucherInnen, der Verkauf von Fahrkarten sowie das Anbieten eines Telefonhotline-Services. Da das Einzugsgebiet der Kulturhauptstadt international ist, ist auch hier auf die Mehrsprachigkeit Rücksicht zu nehmen. Während des Kulturhauptstadtjahres erscheint es sinnvoll, zwei große Mobilitätszentralen, je eine am Hauptbahnhof und am Hauptplatz, einzurichten. Der Hauptbahnhof bietet sich aufgrund seiner Funktion als Verkehrsdrehscheibe an, der Hauptplatz, weil er das Zentrum der Kulturhauptstadt ist. Auch am Flughafen sollte eine kleine Mobilitätszentrale eingerichtet werden. Da viele Veranstaltungen am Abend stattfinden, sollte die Mobilitätszentrale bis in die Nacht geöffnet haben. Ist dies nicht möglich, sollte zumindest die Telefonhotline bis Mitternacht besetzt sein.
Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadtrat Jürgen Himmelbauer über die Eventmobilität.
Tel: +43 732 7070 0
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E-Mail: info@mag.linz.at
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