Auf dem umfangreichen Arbeitsprogramm standen dabei der Neubau und die Generalsanierung von Straßen, Geh- und Radwegen aber auch die Gestaltung von Plätzen und ganzen Straßenzügen. Ein Großteil des Budgets floss in den Ausbau von Stadtstraßen zur Erschließung von neu entstanden oder sanierten Wohnobjekten.
Für Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer standen vor allem das Thema Verkehrssicherheit und der Ausbau der Einrichtungen für sanfte Mobilität im Vordergrund. Auch die Ausstattung mit taktilen Verkehrsleitsystemen für blinde und sehbehinderte Menschen wurde in diesem Zeitraum forciert.
Die jährlichen Gesamtausgaben für die kleineren und mittleren Straßenbauten liegen im Vergleich von 2004 bis 2006 immer rund um die Zwei-Millionen-Euro-Marke. 2007 sind die Kosten um ein gutes Drittel auf über 3,1 Millionen Euro gestiegen.
Neben diesen „üblichen“ Straßenbauvorhaben gab es in den vergangenen vier Jahren eine deutliche Zunahme von Sonderprojekten, wie unter anderem die Neugestaltung der Wiener Straße oder der Ausbau der Kärntnerstraße. Wurden 2004 noch knapp 1,5 Millionen Euro für Sonderbauvorhaben investiert, stieg diese Zahl in den Folgejahren gewaltig in die Höhe. 3,2 Millionen Euro waren es 2005, ein Jahr später schlugen die Sondervorhaben mit drei Millionen Euro zu Buche und 2007 stiegen die Ausgaben auf über 4,1 Millionen Euro. In Summe wurden also zwischen 2004 und 2007 in Linz rund 11,8 Millionen Euro in Sonderbauvorhaben investiert.
Die Anzahl der Bauvorhaben ist in den vergangen vier Jahren ebenfalls sukzessive angestiegen. Waren es 2004 noch 36 Baumaßnahmen, stiegen die Projekte 2005 auf 45, 2006 auf 50 Projekte und erreichten schließlich mit 55 Bauvorhaben im Jahr 2007 einen vorläufigen Höhepunkt.
Tausende Quadratmeter an Verkehrsinfrastruktur werden Jahr für Jahr im Linzer Stadtgebiet neu gebaut oder saniert. Im Jahr 2004 konnte man auf über 51.000 Quadratmeter Straßenbaumaßnahmen verweisen. Ein Jahr später waren es rund 72.000 Quadratmeter, 2006 über 53.000 Quadratmeter und 2007 verzeichnete die Bilanz über 119.000 verbaute Quadratmeter (darin sind allerdings der aliquote Anteil der im Vorjahr begonnenen Gestaltung des Donauparks in Urfahr und Teile des Sondersanierungsprogrammes 2007/2008 mit insgesamt rund 50.000 Quadratmetern Fläche enthalten).
Erweitert wird diese Statistik noch um die Quadratmeter an neuen Straßenbelägen. Jährlich wurden rund 20.000 bis 30.000 Quadratmeter asphaltierte Deckschichten zur Verbesserung der Straßensubstanz und Hebung des Fahrkomforts aufgebracht.
Betrachtet man nur die neu errichteten Gehsteige und Rad- und Gehwege in Linz so wurden 2004 rund 16.000 Quadratmeter oder 7.200 Laufmeter errichtet. 2005 waren es über 15.000 Quadratmeter oder 7.000 Laufmeter und ein Jahr später dann rund 4.200 Quadratmeter oder 2.550 Laufmeter an Gehsteigen und Geh- und Radwegen in der Stadt. 2007 wurden inklusive der befestigten Geh- und Radwege am Landschaftspark Bindermichl über 20.500 Quadratmeter oder 7.900 Laufmeter realisiert.
Somit wurden in den letzten vier Jahren mehr als 24 Kilometer an neuem Wegenetz für RadfahrerInnen und FußgeherInnen geschaffen.
Neben zahlreichen Generalsanierungen, Umbaumaßnahmen und der Errichtung von Erschließungsstraßen für neue Wohnobjekte standen in den Jahren von 2004 bis 2007 große Bauvorhaben am Programm des Linzer Tiefbaus.
Zu den größten im normalen Budget abgewickelten Bauvorhaben zählte die Errichtung der notwendigen Verkehrsinfrastruktur für den Lenaupark. Im gesamten Geviert wurden neue Fahrbahnen, Gehsteige und Radwege angelegt. Es entstanden Parkplätze mit Grüninseln, der „Platz der Generationen“ wurde neu gestaltet und Haltestellen für den öffentlichen Verkehr eingerichtet. Ebenso wurde der Lenaupark mit entsprechender öffentlicher Beleuchtung und mit Verkehrslichtsignalanlagen ausgestattet. In der Folge wurden auch die umliegenden Straßenzüge zum Teil neu gestaltet und mit dem Lenaupark verbunden. Die Gesamtkosten für dieses mehrjährige Projekt lagen bei ca. 635.000 Euro.
Das größte Projekt im Bereich sanfter Mobilität war die Herstellung einer Rad- und Gehwegverbindung zwischen der Weikerlseestraße und dem Mitterwasserweg. Im Zuge der Fertigstellung der solarCity und zur Attraktivierung und Erweiterung des Rad- und Fußwegenetzes in Pichling wurde der bestehende kombinierte Rad- und Gehweg am Ufer Posch-Damm bis zum Mitterwasserweg verlängert. Um den ökologischen Vorgaben gerecht zu werden, wurde im unmittelbaren Nahbereich der Traun-Donauauen der drei Meter breite kombinierter Radweg in ungebundener Bauweise in Form einer Schottertragschicht ausgeführt. Die Gesamtkosten für dieses Bauvorhaben beliefen sich auf 205.000 Euro.
Im Zuge der Errichtung der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof, des Landesdienstleistungszentrums und der Entfernung der Gleise der Linie 3 (Mini-U-Bahn) war der Ausbau der Kärntnerstraße und der Bahnhofstraße notwendig. Auf einer Länge von rund 540 Metern von der Waldeggspinne Richtung Blumau wurden dabei auch wichtige Baumaßnahmen für diese Hauptachse des Öffentlichen Verkehrs im städtischen Ballungsraum realisiert. Wert wurde auf die sichere Erreichbarkeit des Bahnhofbereiches mit dem Rad und zu Fuß gelegt. Auch die Ausstattung der Verkehrsflächen mit taktilen Leitsystemen für blinde und sehbehinderte Menschen war Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer ein wichtiges Anliegen. Die Neuanordnung der Bushaltestellen und eine ansprechende Beleuchtung komplettierten dieses Großbauvorhaben. Die Kosten dafür betrugen über 1,3 Millionen Euro.
Zu den städtebaulich wichtigsten Projekten zählt in dieser Zeit auch die Neugestaltung der Wiener Straße zwischen Bulgariplatz und Vorplatz des Theaters Phönix um rund drei Millionen Euro. Eine großzügige Platzgestaltung, breite Gehsteige und ansprechendes Grün machen sie nun zur Attraktion südlich der Blumau. Auf 670 Metern Länge ist ein Straßenraum mit viel Atmosphäre entstanden. Die jeweils 4,5 Meter breiten Fahrbahnen wurden verschwenkt und die Parkplätze von den Häusern abgerückt. Die Flanierbereiche entlang der Geschäftsportale blieben bestehen und für Sicherheit und Lebensqualität sorgt eine Tempo 30 km/h Zone. Zur besseren Orientierung und wegen der Nähe zum Berufsförderungsinstitut und dem Blindenverband wurden die Verbindungen der Hauptwege mit taktilen Leiteinrichtungen ausgestattet. Durch aufeinander abgestimmte Plattenformate erhielt der Platz vor der Herz-Jesu-Kirche eine großzügige Form und auch die öffentliche Beleuchtung wurde komplett erneuert. Boulevardcharakter hat die Straße durch eine ansprechende Grüngestaltung mit Bauminseln und 65 frisch gepflanzten Robinien erhalten.
Ebenfalls ein wesentliches Projekt war die Generalsanierung und der Ausbau der Garnisonstraße zwischen Derfflingerstraße und Prinz-Eugen-Straße. Gehsteige wurden verändert, neue Zu- und Abfahrten und Abbiegespuren wurden geschaffen und der Fahrbahnbestand wurde den zukünftigen Verkehrsbelastungen entsprechend, in hochstandfester Ausführung neu errichtet. Außerdem wurden zur Förderung der Mobilität an sämtlichen Kreuzungen die Fahrbahnränder angepasst und mit einem Blindenleitsystem versehen. Abgeschlossen wird der Ausbau der Garnisonstraße mit dem letzten Abschnitt zwischen UKH und Semmelweisstraße voraussichtlich 2009/2010 im Zuge der Fertigstellung der angrenzenden Hochbauten. Für diese groß angelegte Generalsanierung werden von der Stadt Linz insgesamt ca. 1.030.000 Euro investiert.
Weitere Sonderbauvorhaben waren die Fertigstellung der Verkehrsaufschließung solarCity, das Hochwasserschutzprojekt Umlegung Wambacher Straße inklusive Brückenneubau und Bachbettumlegung, die Neugestaltung der Krankenhausstraße im Zuge der Neuerrichtungen der AKh-Tiefgarage, der Landes-Frauen- und Kinderklinik und der Blutbank, die Gestaltung der Oberen Donaustraße im Zuge der Errichtung des mobilen Hochwasserschutzdammes Alt-Urfahr-West und der Beginn der Neugestaltung des Donauparks Urfahr beziehungsweise der erste Teil des innerstädtischen Sondersanierungsprogrammes 2007/2008.
(nformationsunterlage für Mobilitätsstadtrat Jürgen Himmelbauer zur Pressekonferenz „Bilanz des Linzer Straßenbaus 2004 bis 2007“)
Weiterer Gesprächspartner:
DI Armin Pohn (Tiefbau Linz)
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