Seitenanfang

DE   EN   IT   FR   ES   CZ   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
Ausgezeichneter Bodenschutz der Stadt Linz
UMWELT
Presseaussendung vom 17.10.2005

Ausgezeichneter Bodenschutz der Stadt Linz

Auszeichnung für Linz beim Klimabündnis-Gemeindewettbewerb 2005

Das Klimabündnis Österreich hat für den Klimabündnis-Gemeindewettbewerb 2005 den Bodenschutz als Schwerpunkt gewählt. Teilnahmeberechtigt waren alle Städte, Gemeinden und Bundesländer Österreichs. Die Stadt Linz wurde dabei mit dem Preis für die Kategorie „Städte über 50.000 Einwohner“ für ihre besonderen Aktivitäten im Bereich des Bodenschutzes ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 12. Oktober in Salzburg statt.

Für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Der Boden ist zusammen mit Luft und Wasser eine der Lebensgrundlagen des Menschen. Seine Funktionen sind äußerst vielfältig und komplex. Der Boden ist nicht nur Wirtschaftsraum für Landwirtschaft und Forstwirtschaft, sondern auch Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, regelt Wasserkreislauf und Klima.

Der Boden ist freilich nicht beliebig vermehrbar. Seine Funktionen gehen durch flächenintensive Bebauung, zunehmenden Bedarf an Verkehrsflächen und Parkplätzen (Versiegelung) und Schadstoffeinträge (Kontaminierung) verloren. Täglich werden in Österreich etwa 30 Hektar Boden versiegelt, was der Fläche von rund 30 Fussballfeldern entspricht.

Die Stadt Linz hat sich daher nach Beschluss des Linzer Gemeinderates vom 21. September 1995 zur Beachtung des Bodenschutzes als Grundsatz der nachhaltigen Stadtentwicklung verpflichtet. Für die räumliche Planung sind dies vor allem die Grundsätze der

  • Bewahrung und Entwicklung der Naturreichtümer
  • zukunftsbeständigen Flächennutzungsstrukturen
  • zukunftsbeständigen Strukturen städtischer Mobilität
  • Bürgerbeteiligung

Linz - Mitglied beim Europäischen Bodenbündnis

Wirksamer und überregionaler Bodenschutz bedarf einer internationalen Zusammenarbeit. Linz ist deshalb am 23. Juni 2005 dem Bodenbündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden beigetreten. Die Stadt hat sich verpflichtet, den Informations- und Erfahrungsaustausch mit den Partnern im Bodenbündnis zu fördern. Sitz dieser „European Land and Soil Alliance“ (ELSA) ist in Osnabrück. Ihr gehören derzeit 27 Städte und Gemeinden aus Österreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und den Niederlanden an, weiters 16 assoziierte Mitglieder (Akademien, Stiftungen, Bundesländer und Verbände aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz).

Grundlage für die Arbeit von ELSA ist die Anerkennung und Erfüllung des „Manifests von Bozen“, in dem sich die teilnehmenden Städte und Gemeinden im Wesentlichen für einen nachhaltigen Umgang mit dem Boden und zu einem umfassenden Bodenschutz verpflichtet haben.

Bisherige Maßnahmen der Stadt

Im Örtlichen Entwicklungskonzept wurden so genannte Negativflächen festgelegt. Das sind für die Bebauung ungeeignete beziehungsweise als unzulässig erklärte Gebiete.

Im Wesentlichen:

  • Gewässer, Hochwasserabflussbereiche, Grundwasserschutzgebiete und Zonen für die Durchlüftung,
  • schützenswerte Flächen nach der Biotopkartierung,
  • landwirtschaftliche Flächen für die Nutzung durch die Stadtbauern, vor allem im Stadtteil Urfahr, sowie
  • Flächen für eine funktionierende Stadtökologie und für die Grünflächenversorgung.

Bei der Prüfung von Widmungsansuchen wird bei der Raumverträglichkeitsprüfung die Sicherung von Grünflächen besonders berücksichtigt. Weiters werden beim Bauland ausgleichende Maßnahmen zur Grünausstattung festgelegt, zum Beispiel Maßnahmen zur Gebäudebegrünung und zur Schaffung von wasserdurchlässigen Flächen (bei Parkplätzen etc.).

Internationales Bodenschutzprojekt TUSEC-IP

Die Stadt Linz arbeitet seit dem Sommer 2002 auch aktiv im Bodenschutzprojekt TUSEC-IP (bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Technik zur Bodenbewertung in städtischen Regionen - Einbindung in Planungsverfahren“) mit, das von der EU gefördert wird. Durch TUSEC-IP soll auf überregionaler und internationaler Ebene das Bewusstsein für die Bedeutung des Bodens als nicht vermehrbares Gut im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung verbessert werden. Der Boden soll auch noch für die nachfolgenden Generationen ökologisch intakt bleiben. Die dafür ausgearbeiteten Methoden sollen in den einzelnen Alpenländern in gleicher Weise anwendbar sein.

Wesentliche Zielsetzungen von TUSEC-IP sind

  • die wirtschaftliche Entwicklung aus der Sicht des Bodenschutzes auf raumordnerisch tragfähige und ökologisch verträgliche Standorte zu lenken;
  • bodenschonende städtebauliche Konzepte zu fördern;
  • die verstärkte Bewusstseinsbildung und -förderung für das Thema Boden und Bodenschutz auf allen politischen Ebenen;
  • die Schaffung von Anreizen für Investitionen durch eine größere Planungssicherheit.

An TUSEC-IP wirken unter anderem die Städte München, Reutlingen, Linz, Wien (Umweltbundesamt), Zürich, Bozen und weiters die Universitäten Hohenheim bei Stuttgart, Turin und Maribor mit.

Die Projektkosten für die Stadt Linz (Umwelt- und Technik-Center sowie Stadtplanung Linz) betragen rund 72.000 Euro. Davon trägt 50 Prozent die EU. Das TUSEC-IP Projekt läuft bis Juli 2006.

Linz nimmt im Klimabündnis Pionierrolle ein

Dem Klimabündnis - einer globalen Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas - gehören europaweit 1500 europäische Städte in 15 Staaten an, davon in Österreich über 580 Städte und Gemeinden, alle Bundesländer sowie rund 100 Schulen und mehr als 250 privatwirtschaftliche Betriebe. Linz trat bereits im ersten Jahr nach der Gründung in Frankfurt/Main (1991) als erste Stadt Österreichs dem internationalen Klimabündnis bei und zählt damit praktisch zu den Gründungsmitgliedern dieser Vereinigung, die sich vor allem die Senkung der Treibhausgase (CO2-Emissionen) und den Schutz der Regenwälder im Rahmen einer globalen Partnerschaft zu ihren Hauptzielen erhoben hat.
Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal ist seit 1997 Vorstandsmitglied im internationalen Klimabündnis und nimmt damit die Vertretung Österreichs in dieser Vereinigung war.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal zum Thema „Bodenschutz - ein Grundsatz der nachhaltigen Stadtentwicklung in Linz“ und zur Preisverleihung beim Klimabündnis Gemeindewettbewerb)

Weitere Gesprächspartner:
Dipl.-Ing. Martin Sonnleitner, Leiter des Umwelt- und Technik-Centers
Dipl.-Ing. Wilfried Hager, Leiter der Abteilung Umweltservice des Umwelt- und Technik-Centers der Stadt Linz



KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS